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Fellwechsel beim Pferd – Ursachen, Symptome & die richtige Unterstützung

27.02.2026 / Fütterung
Fellwechsel beim Pferd – Ursachen, Symptome & die richtige Unterstützung  - Fellwechsel beim Pferd – Mit Zink & Bierhefe optimal unterstützen

Fellwechsel beim Pferd – umfassender Ratgeber für Pferdebesitzer

Der Fellwechsel beim Pferd ist ein natürlicher Prozess und mehr als nur der sichtbare Verlust von Haaren. Zweimal im Jahr, insbesondere in den Übergangszeiten zwischen Winter und Sommer treten häufig Fragen auf: Warum haaren Pferde plötzlich so stark? Wie lange dauert der Fellwechsel? Und worauf sollte bei Pflege und Fütterung geachtet werden?

In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige rund um den Fellwechsel beim Pferd – von den biologischen Grundlagen über typische Symptome bis hin zu praktischen Tipps für die tägliche Pflege.


Was ist der Fellwechsel?

Der Fellwechsel ist ein biologisch gesteuerter Prozess, bei dem das Pferd sein Haarkleid an die jeweilige Jahreszeit anpasst. Dabei wird das alte Fell abgestoßen und durch ein neues ersetzt:

  • im Frühjahr: dichtes Winterfell wird durch leichtes Sommerfell ersetzt
  • im Herbst: dünnes Sommerfell wird durch warmes Winterfell ersetzt

Dieser Mechanismus dient dem Schutz vor Kälte, Hitze, Regen und Temperaturschwankungen und ist für das Überleben des Pferdes in der Natur essenziell.


Ursache Fellwechsel beim Pferd

Die Hauptursache des Fellwechsels ist nicht – wie viele denken – die Temperatur, sondern die Tageslichtlänge (Photoperiode).

Der Ablauf im Körper:

  1. Licht trifft auf die Netzhaut des Pferdeauges
  2. Signal wird an die Zirbeldrüse weitergeleitet
  3. Produktion des Hormons Melatonin verändert sich
  4. Hormonelle Umstellung löst Fellwechsel aus

Weitere Einflussfaktoren:

  • Haltung in geschlossenen Ställen mit künstlichem Licht
  • Fütterung und Nährstoffversorgung
  • Allgemeiner Gesundheitszustand
  • Stress und Bewegung

Auch Fütterung, Haltung, Gesundheitszustand und individuelle Stoffwechselprozesse können den Verlauf des Fellwechsels beeinflussen. Ein auffällig verzögerter Fellwechsel sollte dabei immer im Zusammenhang mit dem allgemeinen Zustand des Pferdes betrachtet werden.


Symptome Fellwechsel beim Pferd

Der Fellwechsel ist deutlich sichtbar und oft auch spürbar. Typische Symptome sind:

  • starkes Haaren (ganze Fellbüschel lösen sich)
  • stumpfes, glanzloses Fell
  • sichtbare Unterwolle
  • vermehrter Juckreiz
  • häufiges Scheuern an Pfosten oder Wänden
  • bei manchen Pferden vorübergehend verändertes Verhalten oder veränderte Leistungsbereitschaft
  • Veränderungen des Haut- und Fellbildes

Manche Pferde zeigen während des Fellwechsels Veränderungen im Verhalten oder im Trainingsalltag. Solche Beobachtungen sind jedoch nicht ausschließlich auf den Fellwechsel zurückzuführen und sollten im Zusammenhang mit weiteren Faktoren betrachtet werden.


Warum passiert beim Fellwechsel im Körper des Pferdes?

Beim Fellwechsel verändert sich das Haarkleid des Pferdes. Für die Bildung von Haaren werden unter anderem Eiweißbausteine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine benötigt. Deshalb sollte während des Fellwechsels auf eine bedarfsgerechte und ausgewogene Fütterung geachtet werden. Er wird durch die Tageslichtlänge gesteuert – nicht durch die Temperatur. Schon ab Januar beginnt der Organismus Deines Pferdes sich umzustellen.

Für die Bildung und Erhaltung von Haut und Haaren spielen verschiedene Nährstoffe eine Rolle, darunter:

  • Eiweiß und Aminosäuren
  • Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink und Kupfer
  • Vitamine
  • weitere Bestandteile einer ausgewogenen Gesamtration

Welche Nährstoffe tatsächlich zusätzlich benötigt werden, hängt von der individuellen Futterration und dem Bedarf des jeweiligen Pferdes ab.

Eine unausgewogene Nährstoffversorgung kann sich unter anderem auf Haut und Haarkleid auswirken. Veränderungen am Fell allein erlauben jedoch keine sichere Aussage über einen bestimmten Nährstoffmangel.

Während des Fellwechsels laufen verschiedene natürliche Prozesse der Anpassung des Haarkleids ab. Bei älteren Pferden, Jungpferden oder Pferden mit besonderen individuellen Bedürfnissen kann es sinnvoll sein, die Fütterung und den allgemeinen Zustand während des Fellwechsels besonders aufmerksam zu beobachten.

Hautveränderungen oder andere gesundheitliche Auffälligkeiten sollten unabhängig vom Fellwechsel beobachtet und bei Bedarf tierärztlich abgeklärt werden.


Wie lange dauert der Fellwechsel beim Pferd?

Die Dauer ist individuell unterschiedlich, liegt aber ungefähr bei:

  • Frühjahr: 4 bis 8 Wochen
  • Herbst: 6 bis 12 Wochen

Faktoren, die die Dauer beeinflussen:

  • Rasse (Robustpferde vs. Sportpferde)
  • Haltung (Offenstall vs. Box)
  • Fütterung
  • Gesundheitszustand
  • Bewegung und Stoffwechselaktivität

Die Dauer kann von Pferd zu Pferd unterschiedlich sein. Auch Haltung, Lichtverhältnisse, Jahreszeit, Rasse und individuelle Faktoren können eine Rolle spielen. Bei einem ungewöhnlich langen oder auffälligen Fellwechsel sollte der allgemeine Gesundheitszustand berücksichtigt und gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.


HIER


Unterschied Fellwechsel Frühjahr und Herbst

Frühjahrs-Fellwechsel

Der Frühjahrsfellwechsel ist meist intensiver sichtbar:

  • Abwurf des dichten Winterfells
  • starkes Haaren über mehrere Wochen
  • Pferd wirkt oft „zerzaust“
  • höhere Belastung durch Temperaturanstieg

Ziel: ein leichtes, atmungsaktives Sommerfell.


Herbst-Fellwechsel

Der Herbstfellwechsel verläuft häufig langsamer:

  • Aufbau eines dichten Winterfells
  • schrittweiser Prozess
  • weniger optisch auffällig, aber länger andauernd
  • Energie wird in Wärmeschutz investiert

Ziel: Schutz vor Kälte, Wind und Nässe.


Typische Probleme im Fellwechsel

Nicht jedes Pferd kommt problemlos durch den Fellwechsel. Häufige Schwierigkeiten sind:

Verzögerter oder auffälliger Fellwechsel

  • unterschiedlich lange Dauer des Fellwechsels
  • auffällig langsamer Fellwechsel
  • stumpfes oder glanzloses Fell
  • Veränderungen der Haarstruktur

Ein auffälliger Fellwechsel kann verschiedene Ursachen haben. Wenn zusätzlich weitere Veränderungen auftreten, sollte die Ursache fachlich abgeklärt werden.

Hautprobleme

  • Schuppenbildung
  • trockene Haut
  • Juckreiz oder Ekzeme

Veränderungen im Allgemeinzustand

  • veränderte Leistungsbereitschaft
  • ungewohntes Verhalten
  • weitere Auffälligkeiten im Allgemeinzustand

Solche Veränderungen sind nicht spezifisch für den Fellwechsel und können zahlreiche Ursachen haben.

Fütterung und Nährstoffversorgung

  • unausgewogene Futterration
  • individuelle Unterschiede im Nährstoffbedarf
  • mögliche Versorgungslücken bei einzelnen Nährstoffen

Ob tatsächlich ein Mangel oder eine Unterversorgung vorliegt, lässt sich nicht allein anhand des Fellbildes beurteilen.

Weitere gesundheitliche Auffälligkeiten

Veränderungen des Allgemeinzustands, der Haut oder des Haarkleids können unterschiedliche Ursachen haben und sollten bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden fachlich abgeklärt werden.

Veränderungen am Fell können verschiedene Ursachen haben. Eine unzureichende Versorgung mit einzelnen Nährstoffen kann dabei eine mögliche Rolle spielen. Ob ein tatsächlicher Versorgungsbedarf besteht, sollte anhand der gesamten Futterration und des individuellen Pferdes beurteilt werden. Zink und Spurenelemente


Bierhefe – ein Bestandteil der Pferdefütterung

👉 Bierhefe

Bierhefe liefert:

  • natürliche B-Vitamine

  • Aminosäuren

  • lebende Hefekulturen

Bierhefe kann aufgrund ihrer enthaltenen Nährstoffe und Bestandteile Bestandteil einer ausgewogenen Fütterung sein. Welche Ergänzung sinnvoll ist, hängt von der bestehenden Ration und dem individuellen Bedarf des Pferdes ab.

Eine Veränderung des Fellbildes sollte nicht allein auf die Gabe eines einzelnen Futtermittels zurückgeführt werden.

Eine ausgewogene Fütterung bildet die Grundlage für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen.


Zink – ein wichtiges Spurenelement für Pferde

Zink ist ein essenzielles Spurenelement und erfüllt im Körper verschiedene physiologische Funktionen. Es gehört deshalb zu einer bedarfsgerechten Mineralstoffversorgung des Pferdes.

Eine unzureichende Zinkversorgung kann sich unter anderem auf Haut und Haarkleid auswirken. Veränderungen am Fell sind jedoch nicht spezifisch für einen Zinkmangel und erlauben allein keine sichere Diagnose.

Ob während des Fellwechsels eine zusätzliche Zinkversorgung sinnvoll ist, hängt von der gesamten Futterration und dem individuellen Bedarf des Pferdes ab.


Spurenelemente – wichtiger Bestandteil der Fütterung

Spurenelemente übernehmen im Körper verschiedene wichtige physiologische Funktionen und sind Bestandteil einer ausgewogenen Mineralstoffversorgung.

Besonders wichtig im Fellwechsel:

Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen ist Bestandteil einer ausgewogenen Pferdefütterung. Ob eine zusätzliche Ergänzung erforderlich ist, hängt von der individuellen Ration ab.


Fellwechsel beim Pferd  – 5 praktiche Tipps

Mit einer passenden Haltung, regelmäßiger Pflege und einer bedarfsgerechten Fütterung kannst Du Dein Pferd während des Fellwechsels sinnvoll begleiten.

1. Tägliche Fellpflege

Regelmäßiges Bürsten:

  • entfernt lose Haare
  • entfernt Schmutz und Hautschuppen
  • ermöglicht eine regelmäßige Kontrolle von Haut und Haarkleid

2. Optimierte Fütterung

Bei der Fütterung sollte auf eine ausgewogene und bedarfsgerechte Gesamtration geachtet werden. Je nach Ration spielen unter anderem Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Fettsäuren eine Rolle.

3. Viel Bewegung

  • regelmäßige Bewegung entsprechend Alter, Trainingszustand und Gesundheitszustand
  • Bewegung als Bestandteil einer artgerechten Haltung

4. Ausreichend Licht und frische Luft

  • ausreichend Tageslicht und frische Luft
  • möglichst natürliche Tageslichtbedingungen
  • eine Haltung, die den individuellen Bedürfnissen des Pferdes entspricht

5. Stress vermeiden

  • ruhiger Stall
  • konstante Routinen
  • wenig zusätzliche Belastung im Training

Wann sollte man den Tierarzt hinzuziehen?

Ein Tierarzt sollte konsultiert werden, wenn:

  • der Fellwechsel extrem verzögert ist
  • kahle Stellen oder Hautentzündungen auftreten
  • das Pferd deutlich apathisch wirkt
  • wiederkehrende Infekte auftreten
  • starker Juckreiz nicht nachlässt

Diese Auffälligkeiten können unterschiedliche Ursachen haben und sollten bei anhaltenden oder ausgeprägten Veränderungen tierärztlich abgeklärt werden.


Unser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung!


FAQ – Fellwechsel beim Pferd

Wann beginnt der Fellwechsel?

Lichtgesteuert oft schon ab Januar/Februar.

Warum wirkt mein Pferd im Fellwechsel manchmal müde?

Pferde können sich während des Fellwechsels individuell unterschiedlich verhalten. Müdigkeit oder eine veränderte Leistungsbereitschaft sind jedoch keine eindeutigen Merkmale des Fellwechsels und können verschiedene Ursachen haben. Bei deutlichen oder anhaltenden Veränderungen sollte die Ursache abgeklärt werden.

Welche Rolle kann Bierhefe in der Pferdefütterung spielen?

Bierhefe enthält unter anderem B-Vitamine, Aminosäuren und weitere Bestandteile. Sie kann Bestandteil einer ausgewogenen Fütterung sein. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von der bestehenden Futterration und dem individuellen Bedarf des Pferdes ab.

Welche Bedeutung hat Zink im Fellwechsel?

Zink ist ein essenzielles Spurenelement und Bestandteil einer bedarfsgerechten Mineralstoffversorgung. Ob ein Pferd zusätzlich Zink benötigt, lässt sich jedoch nicht allein anhand des Fellzustands beurteilen. Entscheidend ist die gesamte Futterration.

Sollte ich mehrere Ergänzungsfuttermittel kombinieren?

Nicht unbedingt. Entscheidend ist die Zusammensetzung der gesamten Futterration. Werden mehrere Ergänzungsfuttermittel kombiniert, sollte darauf geachtet werden, dass sich enthaltene Mineralstoffe und Spurenelemente nicht unnötig überschneiden.


Fazit: Fellwechsel ist ein natürlicher, aber anspruchsvoller Prozess

Der Fellwechsel beim Pferd ist ein natürlicher Vorgang, der von Jahreszeit, Lichtverhältnissen und individuellen Faktoren beeinflusst wird. Während dieser Zeit lohnt sich ein genauer Blick auf Haut, Haarkleid, Haltung und Fütterung.

Mit regelmäßiger Pflege, einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Fütterung sowie einer auf das jeweilige Pferd abgestimmten Haltung lässt sich der Fellwechsel sinnvoll begleiten. Bei auffälligen oder anhaltenden Veränderungen sollte die Ursache fachlich abgeklärt werden.

Mit einer angepassten Fütterung, konsequenter Pflege und guter Beobachtung lässt sich dieser Zeitraum jedoch deutlich erleichtern – und das Pferd kommt gesund und stabil durch jede Jahreszeit.


Autor:

Leona Oestreich
Pferdeernährungsberaterin

Schwerpunkte: Fütterung schwerfuttriger Pferde, Seniorenfütterung, Muskelaufbau und Fragen rund um die bedarfsgerechte Pferdefütterung

Leona arbeitet seit über 10 Jahren mit Pferden in Fütterungsberatung und Stallpraxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf schwerfuttrigen Pferden, Senioren und Stoffwechselerkrankungen. Sie berät mehr als 200 Pferdehalter pro Jahr bei der Fütterung.

Qualifikationen:

  • Zertifizierte Pferdeernährungsberaterin
  • 10+ Jahre Praxiserfahrung
  • Fokus: Seniorenfütterung, Muskelaufbau, bedarfsgerechte Fütterung
  • Pferdefutterberaterin mit Schwerpunkt auf schwerfuttrige und stoffwechselkranke Pferde
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