Zum Consentmanger springen Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Kategorie-Navigation springen Zum Footer springen
SPARE 10% auf ALLES von PerNaturam - Code: FUTTER10 (MBW: 50€)

Fruktan im Gras & Pferd anweiden: Tabelle, Zeiten & Risiken

06.05.2026 / Gesundheit
Fruktan im Gras & Pferd anweiden: Tabelle, Zeiten & Risiken - Fruktan im Gras & Pferd anweiden: Tabelle, Zeiten & Risiken

Fruktangehalt im Weidegras & Pferd anweiden:

Der Fruktangehalt im Weidegras kann abhängig von Tageszeit, Wetter, Temperatur und Graswachstum schwanken. Beim Anweiden lohnt es sich daher, die jeweiligen Bedingungen und die individuelle Situation des Pferdes zu berücksichtigen. Besonders der Fruktangehalt im Weidegras spielt dabei eine zentrale Rolle. Wer sein Pferd anweiden möchte, sollte daher genau wissen, wann, wie und unter welchen Bedingungen sich das Anweiden sinnvoll planen lässt.

In diesem Ratgeber erfährst Du alles Wichtige rund um Fruktan, die ideale Tageszeit, geeignetes Wetter, eine praktische Anweide-Tabelle und welche Pferdetypen besondere Aufmerksamkeit benötigen.


Was ist Fruktan im Weidegras?

Fruktan wird im Dünndarm des Pferdes nicht vollständig verdaut und gelangt teilweise in den Dickdarm. Wie Fruktan im Verdauungstrakt verarbeitet wird, hängt unter anderem von der aufgenommenen Menge und der gesamten Futterration ab.

👉 Besonders im Frühling ist der Fruktangehalt im Weidegras oft erhöht – genau dann, wenn viele Pferde erstmals wieder auf die Weide kommen.


Fruktangehalt im Tagesverlauf: Worauf beim Anweiden zu achten ist

Der Fruktangehalt im Gras schwankt im Tagesverlauf stark:

  • Morgens: hoher Fruktangehalt (nach kalten Nächten)
  • Nachmittags: Fruktangehalt gesunken
  • Abends: Fruktangehalt erhöht

Beste Zeit zum Pferd anweiden:

✅ Nachmittags
✅ Nach regenreichen oder bewölkten Tagen

Schlechte Zeiten:

❌ Morgens, nach kalten Nächten

❌ Abendstunden nach viel Sonne

Wer sein Pferd anweiden will, sollte konsequent auf die Nachmittagsstunden setzen.


Wetter & Fruktan: Wann Du Dein Pferd nicht anweiden solltest

Das Wetter beeinflusst den Fruktangehalt stärker als viele denken.

Geeignete Bedingungen:

  • Bewölkung
  • Mildes Klima
  • Feuchte Böden

Kritische Bedingungen:

  • Frostnächte + Sonne
  • Trockenperioden
  • Überweidete Flächen
SituationEinordnung
Warme Nacht + bewölkter TagBedingungen können vergleichsweise günstig sein
Warme Nacht + SonneWetter und Graswachstum berücksichtigen
Kalte Nacht + SonneBesondere Aufmerksamkeit erforderlich
Frost + SonneBedingungen besonders sorgfältig beurteilen
TrockenstressGraswachstum und Weidezustand berücksichtigen

Wann ist der Fruktangehalt im Gras am höchsten?

Der Fruktangehalt im Gras ist nicht zu jeder Tageszeit gleich. Er wird von Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Temperatur, Jahreszeit und Wetter beeinflusst. Bei Pferden mit besonderen fütterungsbezogenen Anforderungen sollte die Weideplanung individuell erfolgen. Dabei können unter anderem Tageszeit, Wetter, Graswachstum und die bisherige Futterration berücksichtigt werden.

Warum steigt der Fruktangehalt bei Sonnenschein?

Gräser produzieren durch die Photosynthese Zucker. Ein Teil dieses Zuckers wird direkt für das Wachstum verwendet, ein anderer Teil wird als Fruktan gespeichert. Scheint die Sonne intensiv, produziert das Gras mehr Zucker und damit häufig auch mehr Fruktan.

Kann das Gras aufgrund von Kälte, Trockenheit oder anderen Wachstumshemmnissen nicht ausreichend wachsen, wird weniger Zucker verbraucht. Die Folge: Der Fruktangehalt im Gras steigt weiter an.

Zu welcher Tageszeit ist der Fruktangehalt am höchsten?

An einem sonnigen Tag nach einer kalten Nacht nimmt der Fruktangehalt im Laufe des Tages kontinuierlich zu. Die höchsten Werte werden häufig am späten Nachmittag und in den Abendstunden erreicht. In dieser Zeit hat das Gras viele Stunden Photosynthese betrieben und entsprechend viel Fruktan eingelagert.

Nach einer milden Nacht sinkt der Fruktangehalt meist wieder etwas, da das Gras einen Teil seiner Reserven für Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse nutzt. Deshalb können die frühen Morgenstunden nach einer frostfreien Nacht je nach Wetter- und Wachstumsbedingungen andere Fruktanwerte aufweisen als die späteren Tageszeiten.

Wann ist das Anweiden am sichersten?

Es gibt keinen Zeitpunkt, der unter allen Bedingungen als völlig unbedenklich gilt.

Die optimale Tageszeit hängt nicht allein von der Uhrzeit ab, sondern vor allem von Temperatur, Sonneneinstrahlung und Graswachstum. Nach Frostnächten gelten andere Empfehlungen als nach warmen Nächten mit aktiv wachsendem Gras.


Warum ist Frost problematisch?

Frost gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für einen hohen Fruktangehalt im Gras. Nach kalten Nächten wird das Wachstum vieler Gräser stark verlangsamt oder vorübergehend gestoppt. Scheint anschließend die Sonne, produziert das Gras zwar weiterhin Zucker, kann diesen jedoch nicht vollständig für das Wachstum nutzen. Stattdessen wird vermehrt Fruktan gespeichert.

Besonders kritisch sind daher:

  • kalte Nächte mit Temperaturen unter 5 °C,
  • Frost in Kombination mit sonnigen Tagen,
  • sonnige Herbsttage nach kalten Nächten,
  • Wintertage mit Frost und intensiver Sonneneinstrahlung.

Bei Pferden mit Hufrehe oder bekannten Stoffwechselbesonderheiten sollte die Weideplanung individuell mit dem behandelnden Tierarzt oder einer qualifizierten Fütterungsberatung abgestimmt werden.

Im Frühling enthält junges Gras oft hohe Mengen leicht verfügbarer Kohlenhydrate. Im Sommer hängt der Fruktangehalt stark von Trockenstress und Wachstum ab. Besonders im Herbst steigt das Risiko erneut deutlich an, wenn sonnige Tage auf kalte Nächte treffen.

Welche Wetterbedingungen erhöhen den Fruktangehalt?

Folgende Bedingungen können zu einem erhöhten Fruktangehalt im Gras führen:

  • ☀️ intensive Sonneneinstrahlung
  • 🌡️ kalte Nächte oder Frost
  • 🌾 Trockenheit und Wassermangel
  • 🌱 langsames oder gehemmtes Graswachstum
  • 🍂 sonnige Herbsttage nach kühlen Nächten

Dagegen kann ein gleichmäßiges Graswachstum bei milden Temperaturen dazu beitragen, dass das Gras den produzierten Zucker schneller verbraucht und weniger Fruktan einlagert.

Merke: Der Fruktangehalt im Gras ist meist am frühen Morgen am höchsten. Für stoffwechselempfindliche Pferde gelten die Nachmittagsstunden nach einer milden, frostfreien Nacht häufig als der günstigste Zeitpunkt zum Anweiden. Trotzdem sollten immer auch Wetter, Jahreszeit und der Gesundheitszustand des Pferdes berücksichtigt werden.


Welche Weidegräser sind für Pferde geeignet?

Nicht jedes Gras ist gleich – der Fruktangehalt unterscheidet sich je nach Pflanzenart erheblich.

Fruktanreiche Gräser:

  • Deutsches Weidelgras (sehr energiereich)
  • Hochleistungsgräser für Rinder

Der Fruktangehalt kann je nach Pflanzenart, Standort, Wachstumsbedingungen und Witterung unterschiedlich ausfallen.

Fruktanärmere Gräser:

  • Wiesenlieschgras
  • Knaulgras
  • Rotschwingel

Kräuterreiche Weiden:

  • Enthalten oft weniger Zucker
  • können eine vielfältige Pflanzenzusammensetzung bieten.
  • Bieten natürliche Vielfalt

Ideal für robustere und naturnahe Haltungssysteme.


Anweiden beim Pferd: Beispiel für eine strukturierte Planung

Der Pferdedarm braucht Zeit, um sich an frisches Gras zu gewöhnen. Eine strukturierte Tabelle kann dabei helfen, die Weidezeit übersichtlich zu planen.

👉 Eine ausführliche Anleitung findest Du hier:
https://aleo-pferdesport.de/fuetterung/futter-tipps/anweiden


Beispiel Anweide-Tabelle für Pferde

ZeitraumWeidezeit
Tag 1–310–15 Minuten
Tag 4–720–30 Minuten
Woche 230–60 Minuten
Woche 3–4Steigerung bis mehrere Stunden

👉 Wichtig für erfolgreiches Pferd anweiden:

  • Vorher Heu füttern
  • Täglich steigern
  • Pferd genau beobachten

Pferdetypen: Welche Pferde besonders gefährdet sind

Beim Thema Pferd anweiden spielt der individuelle Stoffwechsel eine entscheidende Rolle.

Bei leichtfuttrigen Pferden kann die Weideplanung eine besondere Rolle spielen. Bei Pferden mit Stoffwechselbesonderheiten sollte die Weideplanung individuell abgestimmt werden.


Häufige Irrtümer rund um Fruktan

Rund um den Fruktangehalt im Gras und das richtige Anweiden von Pferden kursieren viele Halbwahrheiten. Einige Empfehlungen halten sich hartnäckig, obwohl sie nur unter bestimmten Bedingungen zutreffen. Die folgenden Irrtümer helfen Dir dabei, das Weidemanagement besser einzuschätzen und typische Fehler zu vermeiden.

Ist morgens immer der beste Zeitpunkt zum Anweiden?

Nein, nicht grundsätzlich. Lange Zeit galt der frühe Morgen als die sicherste Zeit zum Anweiden. Tatsächlich hängt der Fruktangehalt jedoch nicht allein von der Uhrzeit ab, sondern vor allem von Temperatur, Sonneneinstrahlung und Graswachstum.

Nach einer milden, frostfreien Nacht kann der Fruktangehalt am Morgen vergleichsweise niedrig sein. Nach einer kalten Nacht oder Frost kann er dagegen bereits in den frühen Morgenstunden deutlich erhöht sein. Deshalb sollte beim Anweiden immer die aktuelle Wetterlage berücksichtigt werden.

Ist kurzes Gras sicherer?

Nicht unbedingt. Kurz abgeweidetes Gras wird häufig stärker gestresst und kann deshalb einen höheren Fruktangehalt aufweisen als gut gewachsenes Gras. Zudem nehmen Pferde auf kurzen Weiden häufig mehr Gras in kurzer Zeit auf und fressen dabei auch die fruktanreicheren unteren Pflanzenteile. Eine ausreichend hohe Grasnarbe ist daher oft die bessere Wahl.

Ist Regen automatisch gut?

Nein. Regen allein senkt den Fruktangehalt nicht automatisch. Entscheidend ist, ob das Gras nach dem Niederschlag wieder aktiv wächst. Ausreichende Feuchtigkeit und milde Temperaturen fördern das Wachstum und können dazu beitragen, dass gespeicherte Fruktane schneller verbraucht werden. Fällt dagegen nur wenig Regen oder herrscht weiterhin Trockenstress, kann der Fruktangehalt trotz Niederschlag hoch bleiben.

Enthält junges Gras immer mehr Fruktan?

Das ist ein häufiger Irrtum. Junges Frühlingsgras enthält zwar viele leicht verdauliche Kohlenhydrate und ist für empfindliche Pferde häufig problematisch, der Fruktangehalt hängt jedoch nicht allein vom Alter des Grases ab. Auch ältere Gräser können hohe Fruktanmengen einlagern – insbesondere bei intensiver Sonneneinstrahlung, kalten Nächten oder Trockenstress.

Ist eine abgeweidete Fläche ungefährlicher?

Nein, oft sogar das Gegenteil. Stark abgeweidete Weiden stehen unter höherem Wachstumsstress. Das verbliebene Gras kann deshalb vermehrt Fruktan einlagern. Außerdem fressen Pferde auf kurzen Flächen häufig sehr bodennah und nehmen dabei besonders energiereiche Pflanzenteile auf. Bei Pferden mit Hufrehe, EMS oder PPID sollte die Auswahl und Nutzung der Weide individuell abgestimmt werden.

Merke: Es gibt keine allgemeingültige Regel für einen niedrigen Fruktangehalt im Gras. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Tageszeit, Wetter, Temperatur, Jahreszeit und Graswachstum. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann das Risiko beim Anweiden deutlich besser einschätzen und empfindliche Pferde gezielt schützen.


Fazit: Pferd anweiden mit Strategie und Wissen

Ein schrittweise geplanter Weidestart kann die Umstellung auf frisches Gras übersichtlicher gestalten.

  • Fruktangehalt im Weidegras
  • Geeignete Wetterbedingungen
  • Individuellen Pferdetyp
  • Strukturierte Anweide-Tabelle

So lässt sich das Anweiden beim Pferd strukturiert planen.


Autor:

Leona Oestreich
Pferdeernährungsberaterin

„Spezialisiert auf Pferde, die nicht zunehmen, Muskelaufbau und Stoffwechselprobleme“

Leona arbeitet seit über 10 Jahren mit Pferden in Fütterungsberatung und Stallpraxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf individueller und bedarfsgerechter Fütterung Pferden, unter anderem Senioren und schwerfuttrigen Pferden. Sie berät mehr als 200 Pferdehalter pro Jahr bei der Fütterung.

Qualifikationen:

  • Zertifizierte Pferdefutterberaterin
  • 10+ Jahre Praxiserfahrung
  • Fokus: Seniorenfütterung, Muskelaufbau, Stoffwechselprobleme
Loading ...