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Kräuter Pferde füttern

30.04.2026 / Fütterung
Kräuter Pferde füttern - Kräuter für Pferde füttern: Wirkung, Vorteile & Anwendung erklärt 🌿

Kräuter für Pferde füttern – Natürliche Unterstützung für Gesundheit und Wohlbefinden

Die Fütterung von Kräutern gewinnt in der modernen Pferdehaltung immer mehr an Bedeutung. Unter dem Fokus „Kräuter Pferde füttern“ entdecken viele Pferdebesitzer die Kraft natürlicher Pflanzenstoffe, um Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden ihrer Tiere gezielt zu unterstützen. Doch welche Vorteile bieten Kräuter tatsächlich? Und wie setzt man sie sinnvoll ein?


Warum Kräuter in der Pferdefütterung?

Kräuter enthalten eine Vielzahl bioaktiver Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe oder Flavonoide. Diese können gezielt auf verschiedene Organsysteme wirken.

Vorteile der Kräuterfütterung

  • Natürliche Unterstützung von Stoffwechsel, Immunsystem und Verdauung
  • Ganzheitlicher Ansatz ohne synthetische Zusatzstoffe
  • Individuelle Anpassung je nach Bedarf des Pferdes
  • Präventive Wirkung, z. B. zur Stärkung der Abwehrkräfte

Anwendungsbereiche von Kräutern in der Pferdefütterung – vielseitig, gezielt und ganzheitlich

Wer sich intensiver mit dem Thema „Kräuter Pferde füttern“ beschäftigt, merkt schnell: Kräuter sind weit mehr als nur eine natürliche Ergänzung im Futtertrog. Sie können gezielt eingesetzt werden, um unterschiedliche körperliche Prozesse zu unterstützen, Dysbalancen auszugleichen und die Selbstregulation des Pferdes zu fördern. Entscheidend ist dabei, die Wirkungsweise der einzelnen Pflanzen zu verstehen und sie passend zum individuellen Bedarf einzusetzen.

Atemwege – Unterstützung bei Husten, Schleim und Staubbelastung

Gerade bei Pferden, die in staubiger Umgebung leben oder zu empfindlichen Atemwegen neigen, können Kräuter eine wertvolle Hilfe sein. Pflanzen wie Thymian, Spitzwegerich oder Isländisch Moos enthalten schleimlösende, reizlindernde und teilweise antibakterielle Inhaltsstoffe.

  • Schleimlösende Kräuter fördern das Abhusten von festsitzendem Sekret
  • Schleimhautschützende Pflanzenstoffe legen sich wie ein Film über gereizte Atemwege
  • Antimikrobielle Wirkungen können unterstützend bei Infekten wirken

Besonders sinnvoll ist der Einsatz in der kalten Jahreszeit oder bei Stallhaltung mit begrenzter Frischluftzufuhr.

Verdauungstrakt – Stabilisierung von Magen und Darm

Der Verdauungstrakt des Pferdes ist sensibel und reagiert schnell auf Stress, Futterumstellungen oder minderwertiges Raufutter. Kräuter wie Fenchel, Kümmel, Pfefferminze oder Kamille wirken hier regulierend.

  • Krampflösende Effekte helfen bei Blähungen und Unruhe im Bauch
  • Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften an
  • Entzündungshemmende Eigenschaften beruhigen gereizte Schleimhäute

Besonders wertvoll sind diese Kräuter bei Futterumstellungen, nach Koliken oder bei magenempfindlichen Pferden.

Stoffwechsel & Entgiftung – Aktivierung innerer Prozesse

Leber, Nieren und Haut spielen eine zentrale Rolle im Entgiftungsstoffwechsel. Kräuter wie Mariendistel, Löwenzahn oder Birkenblätter können diese Prozesse unterstützen.

  • Leberaktive Kräuter fördern den Abbau von Stoffwechselprodukten
  • Entwässernde Pflanzen regen die Nierentätigkeit an
  • Stoffwechselanregung kann sich positiv auf Fellwechsel und Hautbild auswirken

Besonders im Frühjahr und Herbst sind stoffwechselunterstützende Kräuterkuren sinnvoll.

Immunsystem – Widerstandskraft stärken

Ein starkes Immunsystem ist die Basis für ein gesundes Pferd. Kräuter wie Echinacea, Hagebutte oder Schwarzkümmel liefern wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien.

  • Immunmodulierende Effekte stärken die körpereigene Abwehr
  • Antioxidantien schützen Zellen vor freien Radikalen
  • Vitaminreiche Pflanzen (z. B. Hagebutte) unterstützen die Regeneration

Ideal in Zeiten erhöhter Belastung, wie Fellwechsel, Training oder Wetterumschwüngen.

Bewegungsapparat – Unterstützung für Gelenke, Muskeln und Sehnen

Für Sportpferde oder ältere Tiere ist die Unterstützung des Bewegungsapparates besonders wichtig. Kräuter wie Teufelskralle, Ingwer oder Weidenrinde sind hier bekannt für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften.

  • Entzündungshemmung kann bei Gelenkproblemen unterstützend wirken
  • Durchblutungsförderung verbessert die Versorgung der Muskulatur
  • Schmerzlindernde Effekte können die Beweglichkeit erhöhen

Häufig eingesetzt bei Arthrose, Steifheit oder nach intensiver Belastung.

Nerven & Psyche – Ruhe, Gelassenheit und Fokus

Stress, Unruhe oder Nervosität sind bei vielen Pferden ein Thema – sei es durch Training, Transporte oder Umweltreize. Kräuter wie Baldrian, Melisse oder Lavendel wirken beruhigend auf das Nervensystem.

  • Beruhigende Pflanzenstoffe fördern Entspannung ohne starke Sedierung
  • Stressregulation kann die Konzentration verbessern
  • Ausgleichende Wirkung unterstützt sensible oder schreckhafte Pferde

Besonders hilfreich in Stresssituationen wie Turnieren oder Stallwechseln.

Haut, Fell & Hufe – äußere Gesundheit von innen unterstützen

Die äußere Erscheinung eines Pferdes spiegelt oft den inneren Zustand wider. Kräuter wie Brennnessel oder Ringelblume können hier unterstützend wirken.

  • Mineralstoffreiche Pflanzen fördern Fellglanz und Hufqualität
  • Blutreinigende Eigenschaften wirken sich positiv auf die Haut aus
  • Wundheilungsfördernde Effekte unterstützen die Regeneration

Besonders relevant bei Hautproblemen, Ekzemen oder im Fellwechsel.


Unterschiede in der Kräuterfütterung

  • Einzelkräuter vs. Mischungen:
    Einzelkräuter ermöglichen gezielte Anwendungen, Mischungen wirken oft breiter.
  • Frisch vs. getrocknet:
    Getrocknete Kräuter sind länger haltbar und einfacher zu dosieren. Frische Kräuter sollten zeitnah verfüttert werden. Sie sind - frisch geerntet - sofern sie nicht getrocknet werden, nicht lange haltbar.
  • Kurweise vs. dauerhaft:
    Viele Kräuter sollten kurweise (4–8 Wochen) gefüttert werden, um eine Überlastung zu vermeiden. Auch hier gilt: Lieber mehrere Kräuter nacheinander mit Pausen füttern statt diverse Kräuter parallel zu verabreichen.


Übersicht: Wichtige Kräuter in der Pferdefütterung

Kraut

Lateinischer Name

Wirkung

Nicht füttern bei

Artischocke

Cynara scolymus

• Leberunterstützend

• Verdauungsfördernd

Gallenverschluss

Baldrian

Valeriana officinalis

• Beruhigend

• Stresslösend

Turnierpferden (Doping)

Birkenblätter

Betula pendula

• Entwässernd

• Stoffwechselanregend

Nierenproblemen

Brennnessel

Urtica dioica

• Blutreinigend

• Mineralstoffreich

Niereninsuffizienz

Echinacea

Echinacea purpurea

• Immunstärkend

Autoimmunerkrankungen

Fenchel

Foeniculum vulgare

• Verdauungsfördernd

• Blähungslindernd

Ginkgo

Ginkgo biloba

• Durchblutungsfördernd

Blutgerinnungsstörungen

Hagebutte

Rosa canina

• Vitamin C

• Gelenkunterstützung

Ingwer

Zingiber officinale

• Entzündungshemmend

Magengeschwüren

Isländisch Moos

Cetraria islandica

• Schleimhautschützend

Kamille

Matricaria chamomilla

• Entzündungshemmend

Allergien

Knoblauch

Allium sativum

• Antibakteriell

Hoher Dosierung (Blutbild)

Kurkuma

Curcuma longa

• Entzündungshemmend

Gallenproblemen

Kümmel

Carum carvi

• Verdauungsfördernd

Lavendel

Lavandula angustifolia

• Beruhigend

Löwenzahn

Taraxacum officinale

• Leber- & Nierenanregend

Nierenproblemen

Mariendistel

Silybum marianum

• Leberregeneration

Mädesüß

Filipendula ulmaria

• Schmerzstillend

Magenempfindlichkeit

Melisse

Melissa officinalis

• Beruhigend

Mönchspfeffer

Vitex agnus-castus

• Hormonregulierend

Trächtigkeit

Oregano

Origanum vulgare

• Antibakteriell

Pfefferminze

Mentha piperita

• Krampflösend

Magengeschwüren

Ringelblume

Calendula officinalis

• Haut & Wundheilung

Salbei

Salvia officinalis

• Antibakteriell

Trächtigkeit

Schwarzkümmel

Nigella sativa

• Immunsystem

Trächtigkeit

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

• Hustenlindernd

Süßholzwurzel

Glycyrrhiza glabra

• Schleimlösend

Bluthochdruck

Teufelskralle

Harpagophytum procumbens

• Gelenkunterstützend

Magengeschwüren

Thymian

Thymus vulgaris

• Atemwege

Ulmenrinde

Ulmus rubra

• Magenschutz

Weidenrinde

Salix alba

• Schmerzstillend

Blutgerinnungsstörungen

Weißdorn

Crataegus monogyna

• Herz-Kreislauf


Praxisbeispiel: Herbert – ganzjährige Kräuterunterstützung beim alten Pferd

Der 22-jährige Wallach Herbert, ein sympathisches Welsh-Pony, zeigte mit zunehmendem Alter typische Veränderungen eines alten Pferdes. Bereits vor der Umstellung auf eine gezielte Kräuterfütterung fiel auf, dass Herbert in bestimmten Phasen des Jahres weniger leistungsbereit wirkte, langsamer regenerierte und insgesamt empfindlicher auf Wetterwechsel reagierte. Besonders im Fellwechsel sowie in den Übergangszeiten zwischen Winter und Frühjahr zeigte er Schwankungen im Allgemeinbefinden. Auch seine Verdauung reagierte zeitweise sensibler, und bei staubiger Luft oder trockener Stallhaltung kam es gelegentlich zu leichter Atemwegsbelastung.

Vorher: Altersbedingte Sensibilitäten und schwankendes Wohlbefinden

Vor Beginn der gezielten Unterstützung war Herbert zwar grundsätzlich gesund, zeigte jedoch deutliche Anzeichen eines altersbedingt sensibleren Organismus. Der Stoffwechsel arbeitete langsamer, und die Anpassung an Umweltveränderungen fiel ihm zunehmend schwerer. Besonders auffällig war, dass sich kleinere Belastungen – wie Futterumstellungen, Wetterumschwünge oder intensivere Fellwechselphasen – stärker auf sein Wohlbefinden auswirkten als in jüngeren Jahren.

Die Besitzerin entschied sich daher, nach Rücksprache mit dem Tierarzt, eine ganzheitliche Unterstützung über geeignete Kräuter für Pferde zu etablieren, um den Organismus langfristig zu entlasten und gezielt zu begleiten. Ziel war es, Verdauung, Atemwege, Stoffwechsel und Immunsystem sanft zu unterstützen, ohne den Körper zu überlasten.


Nachher: Ganzjährige, angepasste Kräuterfütterung und stabilerer Allgemeinzustand

Nach der Umstellung erhielt Herbert eine individuell abgestimmte Kombination aus verschiedenen Kräuter-Mischungen, die über das gesamte Jahr hinweg angepasst wurde. Im Fokus standen dabei unterschiedliche Funktionsbereiche: Im Winter und bei feuchter Witterung kamen vor allem Bronchial-Kräuter zur Unterstützung der Atemwege zum Einsatz, während im Fellwechsel und in stoffwechselintensiven Phasen Kräutermischungen zur Unterstützung von Leber und Darm gefüttert wurden. Ergänzend wurden je nach Bedarf Kräuter zur Förderung der allgemeinen Vitalität und des Immunsystems eingesetzt.

Die Fütterung wurde bewusst gleichmäßig und strukturiert gestaltet, um den Organismus nicht zusätzlich zu belasten. Parallel wurde auf eine konstante Raufutterversorgung, ausreichend Bewegung und eine seniorengerechte Haltung geachtet, um den Stoffwechsel zusätzlich zu stabilisieren.

Bereits nach einigen Wochen zeigte sich eine deutliche Veränderung im Vergleich zur vorherigen Situation. Herbert wirkte insgesamt ausgeglichener, regenerierte schneller nach Belastung und zeigte weniger Schwankungen im Allgemeinbefinden. Auch im Fellwechsel erschien sein Zustand stabiler, und die empfindlichen Phasen bei Wetterumschwüngen traten seltener auf.

Langfristig konnte durch die gezielte und saisonal angepasste Kräuterfütterung eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Das Praxisbeispiel zeigt, wie eine strukturierte, ganzjährige Unterstützung mit Kräutern für Pferde insbesondere bei Seniorpferden dazu beitragen kann, Stoffwechsel, Verdauung, Atemwege und allgemeines Wohlbefinden nachhaltig zu stabilisieren.


Fazit: Kräuter gezielt und verantwortungsvoll einsetzen

Das Thema „Kräuter Pferde füttern“ bietet enorme Möglichkeiten, die Gesundheit deines Pferdes auf natürliche Weise zu unterstützen. Dennoch gilt:

Die richtige Auswahl, Dosierung und Dauer der Anwendung sind entscheidend.

Ein durchdachter Einsatz von Kräutern kann:

  • bestehende Probleme unterstützen
  • präventiv wirken
  • und das allgemeine Wohlbefinden nachhaltig verbessern

Wer Kräuter bewusst und kurweise einsetzt, schafft eine natürliche Grundlage für ein gesundes, leistungsfähiges und ausgeglichenes Pferd.

Im Zweifel sollte immer ein Tierarzt oder Ernährungsberater hinzugezogen werden.


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Autor:

Leona Oestreich
Pferdeernährungsberaterin

„Spezialisiert auf Pferde, die nicht zunehmen, Muskelaufbau und Stoffwechselprobleme“

Leona arbeitet seit über 10 Jahren mit Pferden in Fütterungsberatung und Stallpraxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf schwerfuttrigen Pferden, Senioren und Stoffwechselerkrankungen. Sie berät mehr als 200 Pferdehalter pro Jahr bei der Fütterung.

Qualifikationen:

  • Zertifizierte Pferdefutterberaterin
  • 10+ Jahre Praxiserfahrung
  • Fokus: Seniorenfütterung, Muskelaufbau, Stoffwechselprobleme
  • Pferdefutterberaterin mit Schwerpunkt auf schwerfuttrige und stoffwechselkranke Pferde
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