Zum Consentmanger springen Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Kategorie-Navigation springen Zum Footer springen
SPARE 10% auf ALLES von PERNATURAM!

Pferd nimmt trotz Futter nicht zu? Tipps zum Aufpäppeln

09.05.2026 / Fütterung
Pferd nimmt trotz Futter nicht zu? Tipps zum Aufpäppeln - Pferd nimmt nicht zu? Ursachen & Tipps zum Auffüttern

Pferd nimmt nicht zu? Ursachen erkennen und gezielt Gewicht aufbauen

Wenn das Pferd trotz Fütterung abnimmt

Viele Pferdehalter kennen das Problem: Das Pferd frisst scheinbar normal, verliert aber trotzdem an Gewicht. Besonders ältere Pferde, Pferde mit Zahnproblemen oder Tiere nach Krankheiten haben häufig Schwierigkeiten, ausreichend Körpermasse aufzubauen.

Ein sichtbarer Gewichtsverlust sollte immer ernst genommen werden. Werden Rippen, Hüftknochen oder die Wirbelsäule deutlich sichtbar, fehlt dem Körper Energie, Muskulatur und häufig auch eine ausreichende Nährstoffversorgung.

Die gute Nachricht: Mit einer angepassten Fütterung, hochwertigem Raufutter und leicht verwertbaren Energiequellen lassen sich viele Pferde wieder stabilisieren und gesund aufbauen.


Warum nimmt ein Pferd trotz Futter ab?

Nicht jedes dünne Pferd bekommt automatisch zu wenig Futter. Häufig liegen andere Ursachen vor.

Häufige Gründe für Gewichtsverlust beim Pferd

1. Zahnprobleme: Versteckte Ursache für Gewichtsverlust

Wenn ein Pferd trotz ausreichend Futter nicht zunimmt, sollten immer auch die Zähne kontrolliert werden. Zahnprobleme gehören zu den häufigsten Ursachen dafür, dass Pferde abmagern oder ihr Futter nicht richtig verwerten können. Vor allem ältere Pferde können Heu und strukturreiches Futter schlechter kauen. Das Futter wird unzureichend zerkleinert und schlechter verdaut.

Besonders ältere Pferde haben oft:

  • Haken oder scharfe Kanten an den Backenzähnen
  • lockere oder fehlende Zähne
  • Probleme beim Kauen von Heu
  • Schmerzen beim Fressen

Dadurch wird das Futter schlechter zerkleinert und die Verdauung belastet. Das Pferd frisst möglicherweise langsamer, lässt Futter fallen oder bildet sogenannte „Heuwickel“.

Typische Anzeichen für Zahnprobleme:

  • Heuwickel fallen aus dem Maul
  • langsames Fressen/längere Fresszeiten
  • Gewichtsverlust trotz Appetit und ausreichender Fütterung
  • unverdaute Fasern im Kot
  • vermehrtes Speicheln
  • unangenehmer Maulgeruch
  • Heu wird aussortiert

Eine regelmäßige Zahnkontrolle durch einen spezialisierten Pferdezahnarzt oder Tierarzt sollte mindestens einmal pro Jahr erfolgen – bei Seniorenpferden häufig sogar öfter.

In solchen Fällen eignen sich eingeweichte Futtermittel wie:

  • Heucobs
  • Mash
  • eingeweichte Luzerneprodukte
  • strukturreiche Seniorfutter


2. Altersbedingter Muskelabbau

Seniorenpferde bauen häufig Muskulatur ab und verwerten Energie schlechter. Der Energiebedarf steigt gleichzeitig oft an.

Wichtig sind:

  • leicht verdauliche Energie
  • hochwertige Proteine
  • regelmäßige kleine Mahlzeiten
  • ausreichend Rohfaser

3. Erkrankungen und Stoffwechselprobleme

Auch Krankheiten können hinter Gewichtsverlust stecken.

Mögliche Ursachen:

  • Cushing
  • chronische Entzündungen
  • Parasitenbefall
  • Leberprobleme
  • Mangelerscheinungen
  • Magengeschwüre
  • Stoffwechselprobleme
  • schlechte Darmflora

Bei starkem oder plötzlichem Gewichtsverlust sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden.


3.1 Dünnes Pferd trotz Entwurmung

Ein dünnes Pferd trotz regelmäßiger Entwurmung ist keine Seltenheit.

Viele Pferdehalter gehen davon aus, dass Parasiten ausgeschlossen sind, sobald entwurmt wurde. In der Praxis ist das jedoch nicht immer der Fall.

Warum Parasiten trotzdem ein Problem sein können

Nicht jede Wurmkur wirkt gegen alle Parasiten gleichermaßen. Zusätzlich können Resistenzen entstehen. Besonders kritisch:
Ein Pferd kann trotz unauffälligem Allgemeinzustand unter einer Parasitenbelastung leiden.

Mögliche Probleme:

  • unpassende Wirkstoffe
  • falscher Zeitpunkt
  • resistente Würmer
  • erneute Ansteckung
  • zu seltene Kotkontrollen

Parasiten belasten den Darm, verschlechtern die Nährstoffaufnahme und können langfristig die gesamte Verdauung stören.

Besonders problematisch sind:

  • kleine Strongyliden
  • Spulwürmer
  • Bandwürmer
  • Magendasseln

Symptome bei Parasitenbefall

Typische Hinweise:

  • Gewichtsverlust trotz ausreichender Fütterung
  • stumpfes Fell
  • Blähbauch
  • schlechte Muskulatur
  • Kotasser oder Durchfall
  • mangelnde Leistungsbereitschaft, Leistungsabfall

Kotprobe statt Routine-Entwurmung

Immer mehr Tierärzte empfehlen heute ein gezieltes Parasitenmanagement mit regelmäßigen Kotproben statt pauschaler Entwurmung.

Das hilft dabei:

  • unnötige Wurmkuren zu vermeiden
  • Resistenzen zu reduzieren
  • Parasiten gezielt zu behandeln

Gerade bei dünnen Pferden sollte Parasitenbefall immer mit abgeklärt werden.


3.2 Blutwerte kontrollieren: Mangelerscheinungen früh erkennen

Wenn ein Pferd dauerhaft zu dünn bleibt, kann ein Blutbild wichtige Hinweise liefern. Denn manchmal liegen innere Ursachen oder Mangelerscheinungen vor, die äußerlich zunächst kaum sichtbar sind.

Ein großes Blutbild kann unter anderem Hinweise geben auf:

  • Mineralstoffmängel
  • Entzündungen
  • Leberprobleme
  • Stoffwechselstörungen
  • Muskelprobleme
  • chronischen Stress

Gerade bei Pferden, die trotz guter Fütterung keine Muskulatur aufbauen oder immer wieder abbauen, lohnt sich die Kontrolle der Blutwerte.

Auch Defizite bei:

  • Zink
  • Selen
  • Magnesium
  • Eisen
  • Eiweiß

können dazu beitragen, dass das Pferd keine gesunde Gewichtszunahme erreicht.

Eine Blutuntersuchung hilft dabei, die Fütterung gezielt anzupassen und mögliche gesundheitliche Ursachen frühzeitig zu erkennen.


3.3 Magengeschwüre beim Pferd: Häufig unterschätzte Ursache

Magengeschwüre gehören heute zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Pferden. Viele betroffene Tiere zeigen keine eindeutigen Symptome – nehmen aber trotzdem schlecht zu oder bauen Muskulatur ab.

Besonders gefährdet sind:

  • Sportpferde
  • gestresste Pferde
  • Pferde mit langen Fresspausen
  • rangniedrige Tiere
  • empfindliche Pferde

Typische Hinweise auf Magengeschwüre:

  • Gewichtsverlust trotz Futter
  • mäkeliges Fressverhalten
  • häufiges Gähnen
  • Zähneknirschen
  • Leistungsprobleme
  • empfindliche Reaktion beim Gurten
  • wiederkehrende Koliken

Durch Schmerzen im Magen fressen viele Pferde unregelmäßig oder verwerten ihr Futter schlechter. Hochwertiges Raufutter, möglichst kurze Fresspausen und ein stressarmes Management spielen deshalb eine wichtige Rolle.

Bei Verdacht sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden. Eine sichere Diagnose ist meist nur über eine Magenspiegelung möglich.


3.4 Stoffwechselprobleme als Ursache für Gewichtsverlust

Wenn ein Pferd trotz guter Haltung und ausreichender Fütterung nicht zunimmt, können auch Stoffwechselprobleme dahinterstecken. Der Organismus ist dann häufig nicht mehr in der Lage, Nährstoffe optimal zu verwerten oder Muskulatur aufzubauen.

Mögliche Erkrankungen sind zum Beispiel:

  • Cushing (PPID)
  • EMS (Equines Metabolisches Syndrom)
  • Leberprobleme
  • chronische Entzündungen

Besonders ältere Pferde verlieren bei Stoffwechselerkrankungen oft langsam an Gewicht und bauen sichtbar Muskulatur ab.

Warnsignale können sein:

  • starker Muskelabbau
  • Müdigkeit
  • Fellprobleme
  • Leistungsabfall
  • wiederkehrende Hufprobleme
  • auffällige Fettpolster trotz dünner Muskulatur

In solchen Fällen sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Erst wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen oder behandelt werden, kann eine gezielte Fütterung langfristig beim gesunden Gewichtaufbau helfen.


4. Pferd nimmt im Winter ab

Viele Pferde verlieren im Winter an Gewicht – selbst dann, wenn ausreichend Heu gefüttert wird. Besonders betroffen sind ältere Pferde, Offenstallpferde und schwerfuttrige Rassen.

Der Grund liegt häufig im erhöhten Energiebedarf durch Kälte und Thermoregulation.

Warum Pferde im Winter abnehmen

Pferde müssen ihre Körpertemperatur konstant halten. Sinkt die Außentemperatur deutlich, steigt der Energieverbrauch. Der Organismus benötigt mehr Kalorien, um Wärme zu produzieren.

Besonders kritisch wird es bei:

  • dauerhaftem Regen
  • Wind
  • nassem Fell
  • fehlenden Unterständen
  • schlecht isolierter Muskulatur
  • alten oder dünnen Pferden

Offenstallhaltung im Winter

Gerade Offenstallpferde verbrauchen oft deutlich mehr Energie als Stallpferde. Durch mehr Bewegung, Witterung und längere Stehzeiten im Freien steigt der Kalorienbedarf spürbar an.

Das sehen wir bei Kunden häufig:

Viele Pferde verlieren im Winter trotz „normaler“ Fütterung an Gewicht, weil die Ration nicht an die kalte Jahreszeit angepasst wurde. Besonders rangniedrige Pferde fressen im Offenstall oft außerdem zu wenig Heu.

Thermoregulation & Energiebedarf

Die sogenannte Thermoregulation kostet Energie. Muss das Pferd dauerhaft Wärme produzieren, reichen Standardrationen häufig nicht mehr aus.

Wichtige Maßnahmen im Winter:

  • Heumenge erhöhen
  • hochwertige Rohfaser füttern
  • lange Fresszeiten ermöglichen
  • Energiezufuhr individuell anpassen
  • Unterstände trocken halten
  • nasse Pferde eindecken, wenn sinnvoll

Gerade strukturreiche Futtermittel wie Luzerne, Heucobs oder hochwertige Fasermischungen können helfen, den Energiebedarf im Winter besser abzudecken.


5. Pferd nimmt trotz Heu nicht zu

Viele Pferdehalter wundern sich:
Das Pferd frisst große Mengen Heu – und nimmt trotzdem nicht zu.

In solchen Fällen reicht die reine Heumenge oft nicht aus. Entscheidend sind vor allem Qualität, Verdaulichkeit und tatsächliche Nährstoffaufnahme.

Heuqualität wird oft unterschätzt

Nicht jedes Heu liefert ausreichend Energie.

Probleme entstehen häufig durch:

  • sehr spätes, überständiges Heu
  • nährstoffarmes Heu
  • staubiges oder hygienisch schlechtes Heu
  • zu wenig Blattanteil
  • stark verholztes Heu

Solches Heu sättigt zwar, liefert aber oft zu wenig verwertbare Energie für Gewichtszunahme.

Schlechte Verwertung beim Pferd

Manche Pferde können Nährstoffe schlechter verwerten – selbst bei ausreichender Fütterung.

Mögliche Ursachen:

  • gestörte Darmflora
  • Magengeschwüre
  • chronische Entzündungen
  • Stoffwechselprobleme
  • Stress
  • Parasitenbelastung

Das Pferd frisst zwar ausreichend, nutzt die Nährstoffe aber nicht optimal.

Zahnprobleme als häufige Ursache

Gerade ältere Pferde kauen häufig schlechter.

Typische Hinweise:

  • Heuwickel
  • langsames Fressen
  • Futter fällt aus dem Maul
  • Gewichtsverlust trotz Appetit

Werden die Fasern nicht richtig zerkleinert, kann das Pferd das Heu schlechter verdauen und verwerten.

Zu wenig Energie im Heu

Vor allem leichtfuttrige Pferde kommen mit durchschnittlichem Heu oft gut zurecht – schwerfuttrige oder ältere Pferde dagegen nicht.

In solchen Fällen kann zusätzlich sinnvoll sein:

  • Luzerne
  • Heucobs
  • Öl
  • strukturreiche Aufbaufutter
  • Mash
  • hochwertige Fasermischungen

Wichtig:
Nicht einfach nur mehr Kraftfutter geben. Entscheidend ist eine pferdegerechte und darmfreundliche Energieversorgung.


Body Condition Score beim Pferd

Der Body Condition Score (BCS) hilft dabei, den Ernährungszustand eines Pferdes objektiv einzuschätzen.

Viele Pferdehalter erkennen Gewichtsverlust erst spät – besonders bei Fellwechsel oder Winterfell.

Der BCS bewertet verschiedene Körperbereiche:

  • Rippen
  • Hals
  • Schulter
  • Rücken
  • Schweifansatz

Woran erkennt man ein zu dünnes Pferd?

Hinweise auf Untergewicht:

  • sichtbare Rippen
  • eingefallene Kruppenmuskulatur
  • hervorstehende Hüfthöcker
  • fehlende Oberlinie
  • wenig Muskulatur am Rücken

Gerade ältere Pferde verlieren häufig zuerst Muskulatur und erst später Fettreserven.

BCSZustandBeschreibung
1Stark abgemagertKnochen deutlich sichtbar
2Sehr dünn

Rippen stark sichtbar

3Dünnwenig Fettreserven
4Moderatguter Zustand
5IdealRippen tastbar, nicht sichtbar
6Leicht übergewichtigFettansätze sichtbar
7Übergewichtigdeutliche Fettpolster
8Stark übergewichtigmassive Fettdepots
9Adipösstark verfettet


Fehler bei der Gewichtszunahme

Zu viel Kraftfutter auf einmal

Viele Pferdehalter versuchen, das Pferd schnell „anzufüttern“. Große Mengen Getreide können jedoch:

  • den Darm belasten
  • Koliken fördern
  • den Stoffwechsel stressen

Besser:
Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.


Zu wenig Raufutter

Die Grundlage jeder Gewichtszunahme bleibt ausreichend Rohfaser.

Ein Pferd sollte täglich mindestens:

  • 1,5–2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht erhalten

Kann Heu nicht mehr ausreichend gekaut werden:
→ Heuersatzprodukte einsetzen.


Zu schnelle Futterumstellung

Der Verdauungstrakt des Pferdes reagiert empfindlich.

Neue Futtermittel sollten:

  • langsam über 7–14 Tage angefüttert werden
  • schrittweise gesteigert werden

Welche Futtermittel helfen beim Zunehmen?

Heucobs

Ideal für:

  • alte Pferde
  • Pferde mit Zahnproblemen
  • untergewichtige Pferde

Vorteile:

  • leicht einweichbar
  • gut verdaulich
  • hoher Rohfaseranteil

Wichtig:
Immer vollständig einweichen.


Mash

Mash eignet sich besonders:

  • nach Krankheit
  • bei Appetitlosigkeit
  • zur Unterstützung der Verdauung

Es liefert:

  • leicht verfügbare Energie
  • Flüssigkeit
  • gut verdauliche Nährstoffe

Luzerne

Luzerne liefert:

  • hochwertige Proteine
  • Energie
  • Struktur

Gut geeignet für:

  • Muskelaufbau
  • schwerfuttrige Pferde
  • Senioren

Öl als Energielieferant

Pflanzenöle können helfen, die Energiedichte der Ration zu erhöhen.

Geeignet sind:

  • Leinöl
  • Rapsöl

Langsam anfüttern:
Beginn mit kleinen Mengen.


Praxisbeispiel

Fütterung eines sehr alten Pferdes (mit Zahnproblemen)

Der 27-jährige Haflinger-Wallach Dino zeigt typische Alterserscheinungen, insbesondere deutliche Zahnprobleme, wodurch er Heu nur noch eingeschränkt aufnehmen und kauen kann. Dadurch hat er über die Zeit sichtbar an Gewicht verloren. Um ihn dennoch optimal zu versorgen, haben wir seine Fütterung konsequent angepasst und auf leicht kaubare, energie- und nährstoffreiche Komponenten umgestellt. Dinos Grundration besteht inzwischen aus eingeweichten Heucobs, die ihm ausreichend Rohfaser liefern, ohne seine Zähne zu überfordern. Ergänzend erhält er Mash sowie strukturreiches, gut verdauliches Seniorfutter, um seine Energiezufuhr stabil zu halten. Besonders wichtig ist uns in Absprache mit der Besitzerin, ihn in mehreren kleinen Portionen über den Tag zu füttern, damit sein Verdauungssystem nicht überlastet wird und er kontinuierlich Nährstoffe aufnehmen kann. Durch diese Anpassungen konnte sein Gewicht wieder stabilisiert werden und seine Lebensqualität hat sich deutlich verbessert.


Praxisbeispiel für die Fütterung eines kranken Pferdes


Bei Isländer-Stute Perla, die über eine längere Krankheitsphase mit reduzierter Futteraufnahme und allgemeinem Gewichtsverlust zu kämpfen hatte, mussten wir die Fütterung sehr gezielt anpassen. Ihr Zustand erforderte eine besonders schonende, aber gleichzeitig nährstoffdichte Ernährung, um den Körper zu stabilisieren und den Heilungsprozess zu unterstützen. Wir haben ihre Ration daher auf leicht verdauliche Futtermittel wie eingeweichte Heucobs und hochwertiges Mash umgestellt und zusätzlich auf eine ausreichende Eiweiß- und Energieversorgung geachtet. Ergänzend wurden Mineralstoffe und Elektrolyte eingesetzt, um mögliche Defizite auszugleichen. Wichtig war dabei vor allem die enge Abstimmung mit dem Tierarzt sowie eine regelmäßige Beobachtung ihres Körperzustands, um die Fütterung flexibel an ihren Gesundheitsverlauf anzupassen. Durch diese konsequente Betreuung konnte Perla Schritt für Schritt wieder an Kraft und Gewicht gewinnen und genesen.


Beispiel-Fütterungsplan für ein altes, dünnes Pferd

600-kg-Senior mit Zahnproblemen

Morgens

  • eingeweichte Heucobs
  • Senior Mash
  • Mineralfutter

Mittags

  • kleine Portion Luzerne
  • eingeweichte Fasern

Abends

  • Heucobs
  • strukturreiches Seniorfutter
  • etwas Öl

Zusätzlich

  • freier Zugang zu Wasser
  • regelmäßige Zahnkontrollen
  • mehrere kleine Mahlzeiten
FutterkomponenteMenge / FrequenzFunktion für das Senior-Pferd
Heucobsca. 1,2 bis 1,5 kg pro 100 kg Soll-Körpergewicht (aufgeteilt auf 3–4 Mahlzeiten am Tag)Der Heuersatz: Vollständig eingeweicht als warmer Brei. Sichert die lebensnotwendige Rohfaserversorgung, wenn normales Raufutter nicht mehr verwertet werden kann.
Luzernecobsca. 500g bis 1kg täglich (unter die Heucobs gemischt)Proteinquelle: Liefert hochwertige, leicht verdauliche Aminosäuren, um dem typischen Muskelabbau im Alter entgegenzuwirken.
Reiskleie (stabilisiert)200g bis 500g täglichEnergie-Booster: Sehr magenschonender, stärkearmer Energielieferant über Fett statt Zucker. Ideal zum Auffüttern.
Mash (getreidefrei)2 bis 3 Mal pro Woche (ca. 200g–400g)Verdauungs-Schoner: Unterstützt die Darmtätigkeit durch Schleimstoffe (z.B. Flohsamen/Leinsamen) und bringt Abwechslung in den Futtertrog.
Leinöl30 bis 50 ml täglichGesunde Kalorien: Liefert reine Energie ohne den Stoffwechsel zu belasten und sorgt für glänzendes Fell.
Senior-MineralfutterNach HerstellerangabeMikronährstoffe: Deckt den erhöhten Bedarf an Zink, Selen und Vitaminen im Alter ab (Zahnpatienten können Minerallecksteine oft nicht nutzen).


Wie schnell sollte ein Pferd zunehmen?

Eine langsame, kontrollierte Gewichtszunahme ist gesünder als schnelles „Anfüttern“.

Realistisch sind:

  • sichtbare Verbesserungen nach 4–8 Wochen
  • nachhaltiger Muskelaufbau über mehrere Monate

Wann sollte ein Tierarzt eingeschaltet werden?

Sofort handeln bei:

  • starkem Gewichtsverlust
  • Fressunlust
  • Durchfall
  • Koliken
  • schlechtem Fell
  • Leistungsschwäche

Gerade bei älteren Pferden können unerkannte Erkrankungen die Ursache sein.


Fazit: Gewichtszunahme beim Pferd braucht Ursachenforschung

Ein dünnes Pferd benötigt nicht einfach nur „mehr Futter“. Entscheidend sind:

  • die Ursache des Gewichtsverlustes
  • die richtige Futterstruktur
  • gut verdauliche Energie
  • ausreichend Rohfaser
  • eine langsame, kontrollierte Fütterung

Besonders ältere Pferde und Tiere mit Zahnproblemen profitieren von eingeweichten Futtermitteln, hochwertigen Fasern und mehreren kleinen Mahlzeiten pro Tag.

Mit einem angepassten Fütterungskonzept lassen sich viele Pferde wieder stabilisieren, gesünder aufbauen und langfristig besser versorgen.


Dieser Artikel wurde gemeinsam mit Tierärzten und Pferdeernährungsberatern erstellt.

Autor:

Leona Oestreich
Pferdeernährungsberaterin

„Spezialisiert auf Pferde, die nicht zunehmen, Muskelaufbau und Stoffwechselprobleme“

Leona arbeitet seit über 10 Jahren mit Pferden in Fütterungsberatung und Stallpraxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf schwerfuttrigen Pferden, Senioren und Stoffwechselerkrankungen. Sie berät mehr als 200 Pferdehalter pro Jahr bei der Fütterung.

Qualifikationen:

  • Zertifizierte Pferdefutterberaterin
  • 10+ Jahre Praxiserfahrung
  • Fokus: Seniorenfütterung, Muskelaufbau, Stoffwechselprobleme
  • Pferdefutterberaterin mit Schwerpunkt auf schwerfuttrige und stoffwechselkranke Pferde
Loading ...