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Arthrose beim Pferd - Ursachen, Symptome, Behandlung und Unterstützung der Gelenke

19.05.2026 / Gesundheit
Arthrose beim Pferd - Ursachen, Symptome, Behandlung und Unterstützung der Gelenke  - Arthrose beim Pferd - Ursachen, Symptome, Behandlung und Unterstützung der Gelenke

Arthrose beim Pferd - Ursachen, Symptome, Behandlung und Unterstützung der Gelenke

Arthrose beim Pferd gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates. Besonders ältere Pferde, Sportpferde und stark belastete Pferde entwickeln im Laufe ihres Lebens Gelenkveränderungen, die zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen können. Viele Pferdehalter bemerken zunächst nur kleine Veränderungen im Bewegungsablauf, bevor sich deutliche Symptome zeigen.

Eine frühzeitige Unterstützung der Gelenke, angepasste Bewegung sowie eine gezielte Fütterung können entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität des Pferdes langfristig zu erhalten.

In diesem Ratgeber erfährst du:

  • wie Arthrose entsteht
  • woran du sie erkennst
  • was wirklich hilft
  • und wie du deinem Pferd langfristig helfen kannst

Was ist Arthrose beim Pferd?

Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung. Dabei kommt es zu einem fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels. Der Knorpel dient normalerweise als stoßdämpfende Schutzschicht zwischen den Knochen. Wird dieser Knorpel geschädigt oder abgebaut, entstehen Reibung, Entzündungen und Schmerzen im Gelenk.

Mit fortschreitender Arthrose verändert sich häufig das gesamte Gelenk:

  • Knorpel wird dünner
  • Gelenkflüssigkeit verändert sich
  • Knochen reagieren mit Umbauprozessen
  • Beweglichkeit nimmt ab
  • Entzündungen entstehen

Arthrose beim Pferd kann grundsätzlich jedes Gelenk betreffen, besonders häufig jedoch:

  • Sprunggelenk
  • Fesselgelenk
  • Kniegelenk
  • Hufgelenk
  • Rücken- und Wirbelgelenke

Da Arthrose nicht vollständig heilbar ist, steht eine möglichst frühe Unterstützung des Bewegungsapparates im Mittelpunkt.


Gelenkaufbau beim Pferd einfach erklärt

Um Arthrose besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den Aufbau eines gesunden Gelenks.

Ein Gelenk verbindet zwei Knochen miteinander und ermöglicht Bewegung. Zu einem gesunden Pferdegelenk gehören:

Gelenkknorpel

Der Gelenkknorpel bedeckt die Knochenenden und wirkt wie ein Stoßdämpfer. Er sorgt dafür, dass Bewegungen reibungsarm ablaufen.

Gelenkflüssigkeit (Synovia)

Die Gelenkflüssigkeit versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und schmiert das Gelenk.

Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel umschließt das Gelenk und schützt die empfindlichen Strukturen.

Bänder und Sehnen

Sie stabilisieren das Gelenk und sorgen für kontrollierte Bewegungsabläufe.

Kommt es zu dauerhafter Belastung, Entzündungen oder altersbedingtem Verschleiß, kann der Knorpel geschädigt werden. Der Körper versucht anschließend häufig, die Schäden auszugleichen, was jedoch oft zu weiteren Gelenkveränderungen führt.


Ist Arthrose beim Pferd heilbar?

❌ Nein – Arthrose ist nicht heilbar.

Aber:
Mit der richtigen Behandlung kann der Verlauf deutlich verlangsamt werden und das Pferd oft noch viele Jahre beschwerdearm leben.


Ursachen von Arthrose beim Pferd

Die Ursachen von Arthrose beim Pferd sind vielfältig. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Alterungsprozesse

Mit zunehmendem Alter verliert der Knorpel an Elastizität und Regenerationsfähigkeit. Deshalb tritt Arthrose besonders häufig bei älteren Pferden auf.

Hohe Belastung im Sport

Sportpferde belasten ihre Gelenke intensiv. Wiederholte starke Beanspruchung kann langfristig zu Verschleiß führen.

Besonders betroffen sind:

  • Dressurpferde
  • Springpferde
  • Vielseitigkeitspferde
  • Rennpferde

Fehlstellungen und ungleichmäßige Belastung

Fehlstellungen der Gliedmaßen können einzelne Gelenke dauerhaft überlasten.

Verletzungen

Frühere Gelenkentzündungen, Bänderverletzungen oder Traumata erhöhen das Risiko für Arthrose deutlich.

Übergewicht

Zu hohes Körpergewicht belastet die Gelenke zusätzlich und kann den Verschleiß beschleunigen.

Unzureichende Bewegung

Lange Stehzeiten ohne ausreichende Bewegung können die Versorgung des Knorpels verschlechtern.



Symptome: Woran erkennst du Arthrose beim Pferd?

Arthrose entwickelt sich häufig schleichend. Viele Pferde zeigen anfangs nur dezente Veränderungen.

Typische Symptome sind:

  • Steifheit nach Ruhephasen
  • Anlaufschwierigkeiten
  • verkürzte Bewegungen
  • Taktunreinheiten
  • Lahmheit
  • verminderte Leistungsbereitschaft
  • Probleme beim Biegen
  • Stolpern
  • Schwellungen an Gelenken
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen

Oft verschlechtert sich die Symptomatik:

  • bei Kälte
  • bei Nässe
  • nach hoher Belastung

Manche Pferde wirken zunächst nur „unmotiviert“ oder bewegen sich ungern vorwärts.


Ältere Pferde und Arthrose

Arthrose gehört zu den häufigsten Alterserscheinungen beim Pferd. Viele Senioren entwickeln mit zunehmendem Alter Veränderungen an Gelenken und Knorpelstrukturen.

Typische Anzeichen bei älteren Pferden:

  • längeres Einlaufen
  • reduzierte Beweglichkeit
  • Muskelabbau
  • Schwierigkeiten beim Wenden
  • steifer Rücken

Eine angepasste Haltung, regelmäßige Bewegung und eine gelenkunterstützende Fütterung können älteren Pferden helfen, länger beweglich zu bleiben.


Sportpferde und Arthrose

Sportpferde sind besonders anfällig für Gelenkverschleiß, da ihre Gelenke regelmäßig hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Risikofaktoren:

  • intensive Trainingsbelastung
  • harte Böden
  • häufige Turniere
  • hohe Sprungbelastung
  • mangelnde Regenerationszeiten

Deshalb spielt die frühzeitige Unterstützung des Bewegungsapparates bei Sportpferden eine wichtige Rolle. Viele Pferdehalter achten gezielt auf:

  • Aufwärmphasen
  • Regeneration
  • gelenkschonendes Training
  • passende Zusatzfutter

Diagnose von Arthrose beim Pferd

Die Diagnose erfolgt durch einen Tierarzt.

Mögliche Untersuchungen:

  • Lahmheitsuntersuchung
  • Beugeproben
  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Gelenkanästhesien
  • teilweise CT oder MRT

Nicht jede Arthrose ist sofort im Röntgenbild sichtbar. Gerade frühe Veränderungen können zunächst vor allem funktionelle Beschwerden verursachen.

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um die Belastung der Gelenke möglichst gering zu halten.



Therapie von Arthrose beim Pferd

Arthrose ist nicht heilbar, dennoch können viele Maßnahmen helfen, Beschwerden zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhalten. Das Einschalten des Tierarztes bei Arthrose ist Pflicht!

Tierärztliche Behandlung

Je nach Befund kommen unterschiedliche Therapien infrage:

  • entzündungshemmende Medikamente
  • Hyaluronsäure
  • Gelenkinjektionen
  • physiotherapeutische Maßnahmen
  • regenerative Therapien

Unterstützende Maßnahmen

Zusätzlich setzen viele Pferdehalter auf:

  • gelenkfreundliche Bewegung
  • angepasste Haltung
  • Gewichtsmanagement
  • gelenkunterstützende Fütterung

Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und die Gelenkfunktion möglichst lange zu erhalten.


Bewegung von Pferden mit Arthrose

Regelmäßige Bewegung ist für Pferde mit Arthrose besonders wichtig.

Warum?
Knorpel wird über Bewegung mit Nährstoffen versorgt. Zu wenig Bewegung kann die Gelenkprobleme verschlechtern.

Geeignet sind häufig:

  • lange Schrittphasen
  • lockere Arbeit
  • gleichmäßige Bewegung
  • kontrolliertes Muskeltraining

Wichtig:

  • gründliches Aufwärmen
  • keine abrupten Belastungen
  • harte Böden vermeiden
  • Überlastung vermeiden

Viele Pferde profitieren von täglicher moderater Bewegung deutlich mehr als von langen Ruhephasen.


Haltung von Pferden mit Arthrose

Die Haltung hat großen Einfluss auf arthrotische Pferde.

Empfehlenswert sind:

  • viel freie Bewegung
  • Offenstall oder Bewegungsstall
  • trockene Liegeflächen
  • rutschfeste Böden
  • Schutz vor Kälte und Nässe

Langes Stehen in der Box kann die Steifheit verstärken.

Viele Pferde mit Arthrose laufen sich bei regelmäßiger Bewegung deutlich besser ein.


Fütterung von Pferden mit Arthrose

Die richtige Fütterung kann den Bewegungsapparat gezielt unterstützen.

Wichtige Ziele:

  • Übergewicht vermeiden
  • Entzündungsprozesse reduzieren
  • Gelenkstoffwechsel unterstützen

Gelenknährstoffe beim Pferd

Viele Pferdehalter setzen bei Arthrose auf spezielle Gelenknährstoffe.

Dazu gehören unter anderem:

Glucosamin

Glucosamin ist ein natürlicher Bestandteil des Knorpels und wird häufig zur Unterstützung des Gelenkstoffwechsels eingesetzt.

Chondroitinsulfat

Chondroitin kommt ebenfalls im Knorpelgewebe vor und spielt eine Rolle bei dessen Elastizität.

MSM (Methylsulfonylmethan)

MSM liefert organischen Schwefel, der für viele Stoffwechselprozesse benötigt wird.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und trägt zur Schmierung der Gelenke bei.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren können entzündliche Prozesse im Körper unterstützen und sind deshalb bei Pferden mit Gelenkproblemen beliebt.

Kräuter und Pflanzenstoffe

Auch Kräuter wie:

  • Teufelskralle
  • Ingwer
  • Weidenrinde

werden häufig zur Unterstützung des Bewegungsapparates verwendet.

Eine ausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen bleibt ebenfalls wichtig.


Arthrose beim Pferd vorbeugen

Die besten Maßnahmen:

  • korrektes Training
  • gutes Aufwärmen
  • regelmäßige Bewegung
  • gesunde Fütterung
  • korrekte Hufpflege

Praxisbeispiel:

Ausgangssituation: Symptome und erste Auffälligkeiten („Vorher“)

Die 16-jährige Holsteiner-Stute „Luna“ fiel zunächst durch schleichende Veränderungen im Bewegungsverhalten auf. Die Symptome entwickelten sich über mehrere Wochen.

Typische Beobachtungen:

  • Steifheit nach Ruhephasen, insbesondere beim Anreiten
  • Verkürzter und ungleichmäßiger Schritt
  • Widerstand bei Wendungen und Seitengängen
  • Leichte bis mittelgradige Lahmheit nach Belastung (Grad 1–2)
  • Geringere Motivation und reduzierte Bewegungsfreude

Nach tierärztlicher Untersuchung inklusive Röntgen wurde eine beginnende Arthrose im Sprunggelenk (Hock)diagnostiziert.

Mögliche Ursachen im individuellen Fall:

  • langfristige sportliche Belastung im Dressursport
  • unzureichende Regenerationszeiten
  • altersbedingter Knorpelabbau
  • beginnende entzündliche Prozesse im Gelenk

Diagnose und Therapieansatz

Die Behandlung erfolgte nicht isoliert, sondern als multimodales Managementkonzept:

  • Anpassung des Trainingsplans (Reduktion von Belastungsspitzen)
  • vermehrte, kontrollierte Bewegung im Schritt
  • physiotherapeutische Behandlung zur Muskelentspannung
  • gezielte Hufbearbeitung zur Optimierung der Statik
  • tierärztlich begleitete Schmerz- und Entzündungskontrolle
  • unterstützende Fütterung mit gelenkaktiven Nährstoffen (z. B. Omega-3-Fettsäuren)

Entwicklung nach 8–12 Wochen („Nachher“)

Bereits nach etwa drei Monaten zeigte sich eine deutliche funktionelle Verbesserung im Alltag und Training.

Positive Veränderungen:

  • deutlich weniger Anlaufschmerzen
  • gleichmäßigeres Gangbild im Schritt und Trab
  • bessere Losgelassenheit bei Wendungen und Übergängen
  • keine sichtbare Lahmheit im moderaten Training
  • entspannteres Verhalten beim Reiten und Handling

Trotz der weiterhin bestehenden Arthrose konnte die Lebensqualität der Stute signifikant verbessert werden.

Da die Ursachen von Arthrose individuell unterschiedlich sein können, ersetzt unser Ratgeber keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.


FAQ: Häufige Fragen zu Arthrose bei Pferden

Kann Arthrose beim Pferd geheilt werden?

Arthrose gilt als nicht heilbar. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, Entzündungen zu kontrollieren und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.


Kann man ein Pferd mit Arthrose noch reiten?

👉 Ja – in vielen Fällen schon.

Wichtig ist:

  • angepasste Belastung
  • keine Überforderung
  • individuelles Training

❗ Bei starker Lahmheit oder Schmerzen: nicht reiten.


Welche Pferde bekommen besonders häufig Arthrose?

Besonders häufig betroffen sind:

  • ältere Pferde
  • Sportpferde
  • stark belastete Pferde
  • Pferde mit Fehlstellungen
  • Pferde nach Gelenkverletzungen

Wie lange kann ein Pferd mit Arthrose leben?

Viele Pferde können jahrelang gut mit Arthrose leben, wenn:

  • die Krankheit früh erkannt wird
  • Haltung und Training angepasst werden

👉 Arthrose ist kein Todesurteil.


Welche Fütterung ist bei Arthrose sinnvoll?

Eine angepasste Fütterung mit kontrollierter Energiezufuhr und gelenkunterstützenden Nährstoffen kann sinnvoll sein. Häufig eingesetzt werden Glucosamin, Chondroitin, MSM und Omega-3-Fettsäuren.


Können Nahrungsergänzungen die Gelenke unterstützen?

Viele Pferdehalter setzen gezielt Ergänzungsfutter zur Unterstützung des Gelenkstoffwechsels ein. Diese können helfen, den Bewegungsapparat im Rahmen eines ganzheitlichen Managements zu unterstützen.


Was hilft schnell bei Arthrose beim Pferd?

Bewegung, angepasste Belastung und entzündungshemmende Maßnahmen.


Wird Arthrose beim Pferd schlimmer?

Ja, unbehandelt schreitet sie fort – kann aber verlangsamt werden.


Ist Arthrose schmerzhaft?

Ja, vor allem in fortgeschrittenen Stadien.


Sollte man ein Pferd mit Arthrose bewegen?

Unbedingt – Bewegung ist einer der wichtigsten Therapiebausteine.


Fazit – Arthrose beim Pferd verstehen und gezielt unterstützen

Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen bei Pferden und kann sowohl ältere Pferde als auch Sport- und Leistungspferde betreffen. Sie entwickelt sich schleichend und führt zu Knorpelverschleiß, Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto effektiver lassen sich Beschwerden lindern und die Lebensqualität des Pferdes erhalten.

Eine ganzheitliche Betreuung ist entscheidend: angepasste Bewegung, gelenkschonende Haltung, gezielte Fütterung mit Gelenknährstoffen wie Glucosamin, Chondroitinsulfat, MSM oder Hyaluronsäure sowie eine regelmäßige tierärztliche Kontrolle können den Verlauf positiv beeinflussen.

Durch ein frühzeitiges Management, bewusste Belastung und gezielte Unterstützung der Gelenke können Pferde mit Arthrose oft ein aktives und schmerzfreies Leben führen. Das Verständnis für Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten hilft Pferdehaltern, rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und die Gelenkgesundheit langfristig zu erhalten.

Mit dem richtigen Management kann dein Pferd trotz Arthrose ein langes und aktives Leben führen.

Autor: Pferdeernährungsberater / Erfahrung im Bereich Fütterung

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