Cushing beim Pferd: Symptome, Behandlung & richtige Fütterung (2026)
Cushing beim Pferd (ECS/PPID) – Symptome, Diagnostik, Behandlung & Fütterung
Das Equine Cushing Syndrom (ECS), heute meist als Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID) bezeichnet, ist eine hormonell bedingte Erkrankung, die insbesondere bei älteren Pferden auftritt. Viele Pferdebesitzer stehen vor der Frage:
Wie lassen sich mögliche Anzeichen von Cushing erkennen – und was ist bei Diagnostik, tierärztlicher Behandlung und Fütterung zu beachten?
In diesem Ratgeber erfährst du:
- welche Symptome typisch sind
- wie die Diagnose gestellt wird
- welche tierärztlichen Behandlungsmöglichkeiten bei PPID bestehen
- welche Aspekte bei der bedarfsgerechten Fütterung berücksichtigt werden können
Was ist Cushing beim Pferd (ECS/PPID)?
Das Equine Cushing Syndrom ist eine hormonelle Erkrankung, bei der die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gestört ist.
Bei PPID kommt es zu Veränderungen der hormonellen Regulation. Dabei können unter anderem erhöhte ACTH-Werte auftreten. Die Erkrankung kann sich auf verschiedene körperliche Prozesse auswirken.
Besonders betroffen:
- ältere Pferde (meist ab 15 Jahren)
Ein Cushing Pferd zeigt oft schleichende Veränderungen, weshalb viele Besitzer zunächst nicht erkennen, dass es sich um Cushing beim Pferd handelt.
PPID ist eine chronische Erkrankung. Die tierärztliche Behandlung zielt darauf ab, die klinischen Auswirkungen der Erkrankung zu kontrollieren. Fütterung und Management können dabei individuell berücksichtigt werden.
Symptome: Woran erkennt man Cushing beim Pferd?
Die typischen Cushing-Symptome beim Pferdentwickeln sich oft schleichend. Deshalb ist es besonders wichtig, die Anzeichen für Cushing (ECS/PPID) beim Pferd frühzeitig zu erkennen.
Häufige Symptome:
- langes, lockiges Fell (auch im Sommer), sog. Hirsutismus
- verzögerter oder ausbleibender Fellwechsel
- Gewichtsverlust oder Fettumverteilung trotz ausreichendem Futter
- Fettpolster über den Augen
- Muskelschwund/Muskelabbau, besonders an Rücken und Hinterhand
- Hängebauch
- vermehrtes Schwitzen, auch bei geringer Belastung
- vermehrtes Trinken und Urinieren
- Infektanfälligkeit
- erhöhtes Risiko für Hufrehe
Wichtig: Diese Symptome treten nicht immer gleichzeitig auf. Besonders ältere Pferde zeigen oft nur einzelne, aber fortschreitende Veränderungen.
Viele Pferdebesitzer suchen nach „Cushing Pferd Symptome früh erkennen“: Eine frühzeitige tierärztliche Abklärung kann helfen, mögliche Ursachen der Veränderungen einzuordnen.
Ursachen: Warum bekommt ein Pferd Cushing?
Die Ursachen für Cushing beim Pferd liegen in einer Fehlfunktion der Hypophyse. Bei PPID ist die hormonelle Regulation der Pars intermedia der Hypophyse verändert. Dabei können unter anderem erhöhte ACTH-Konzentrationen auftreten.
Wie wird Cushing (PPID) beim Pferd diagnostiziert?
Die Diagnose von Cushing beim Pferd, heute meist als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) bezeichnet, erfolgt durch die Kombination aus klinischen Symptomen und speziellen Blutuntersuchungen. Da sich die Erkrankung insbesondere in frühen Stadien schleichend entwickelt, ist eine tierärztliche Untersuchung entscheidend, um PPID möglichst früh zu erkennen und mögliche Begleiterkrankungen wie Hufrehe frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu berücksichtigen.
Klinische Symptome als erster Hinweis
Oft entsteht der Verdacht auf PPID zunächst aufgrund typischer Symptome. Zu den häufigsten Anzeichen gehören ein verzögerter Fellwechsel, ungewöhnlich langes oder lockiges Fell (Hirsutismus), vermehrtes Schwitzen, Muskelabbau, Leistungsschwäche, wiederkehrende Infektionen sowie Hufrehe. Besonders bei älteren Pferden sollten solche Veränderungen tierärztlich abgeklärt werden.
ACTH-Bluttest zur PPID-Diagnose
Der wichtigste Labortest zur Diagnose von PPID ist die Bestimmung des ACTH-Werts beim Pferd. ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) wird bei betroffenen Pferden in erhöhten Mengen von der Hirnanhangsdrüse produziert. Für den Test wird eine Blutprobe entnommen und in einem spezialisierten Labor untersucht.
Erhöhte ACTH-Werte können auf PPID hinweisen, müssen jedoch immer im Zusammenhang mit den klinischen Symptomen und den jeweiligen Referenzwerten bewertet werden.
Saisonale ACTH-Schwankungen beachten
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass der ACTH-Wert natürlichen jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Insbesondere im Spätsommer und Herbst steigen die Werte auch bei gesunden Pferden an. Deshalb verwenden Labore saisonabhängige Referenzbereiche, um eine möglichst zuverlässige Diagnose zu ermöglichen.
TRH-Stimulationstest bei unklaren Befunden
Wenn die Symptome auf PPID hindeuten, der ACTH-Wert jedoch grenzwertig oder unauffällig ausfällt, kann ein TRH-Stimulationstest zusätzliche Klarheit schaffen. Dabei wird dem Pferd das Hormon TRH verabreicht und anschließend die ACTH-Reaktion gemessen. Dieser Test gilt als besonders hilfreich, um frühe Krankheitsstadien zu erkennen.
Wann sollte ein Pferd auf PPID getestet werden?
Ein PPID-Test ist vor allem bei älteren Pferden sowie bei Tieren mit auffälligem Fellwechsel, wiederkehrender Hufrehe, Muskelabbau oder unerklärlichem Leistungsabfall sinnvoll. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, die Erkrankung tierärztlich einzuordnen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Was kostet die PPID-Diagnostik?
Die Kosten für die Diagnose von Cushing beim Pferd variieren je nach Tierarzt, Labor und Untersuchungsumfang.
Kein einzelner Laborwert sollte isoliert betrachtet werden. Erst die Kombination aus Symptomen, ACTH-Wert, Jahreszeit und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen ermöglicht eine zuverlässige Diagnose. Daher sollten alle Testergebnisse immer gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt bewertet werden, um die passende Therapie und Fütterungsstrategie für das betroffene Pferd festzulegen.
Behandlung von Cushing (PPID) beim Pferd
Die tierärztliche Behandlung von PPID zielt darauf ab, die mit der Erkrankung verbundenen hormonellen Veränderungen und klinischen Auswirkungen zu kontrollieren. Begleiterkrankungen und individuelle Risiken werden dabei ebenfalls berücksichtigt. Obwohl PPID nicht heilbar ist, können betroffene Pferde mit einer frühzeitigen Diagnose, einer passenden Therapie und einem angepassten Management oft noch viele Jahre eine gute Lebensqualität genießen.
Medikamentöse Therapie bei PPID
Die wichtigste Behandlung von Cushing beim Pferd ist die medikamentöse Therapie mit dem Wirkstoff Pergolid. Pergolid wird bei Pferden mit PPID häufig als tierärztlich verordnete Therapie eingesetzt. Die Dosierung und weitere Behandlung sollten durch den behandelnden Tierarzt festgelegt und kontrolliert werden.
Pergolid
Pergolid wirkt ähnlich wie der körpereigene Botenstoff Dopamin. Bei Pferden mit PPID ist die Dopaminproduktion gestört, wodurch die Hirnanhangsdrüse vermehrt Hormone wie ACTH ausschüttet. Pergolid wird bei Pferden mit PPID häufig als tierärztlich verordnete Therapie eingesetzt. Die Dosierung und weitere Behandlung sollten durch den behandelnden Tierarzt festgelegt und kontrolliert werden.
Einstellungsphase der Behandlung
Nach Beginn der Therapie dauert es meist einige Wochen bis Monate, bis die optimale Dosierung gefunden ist. Während dieser Einstellungsphase kontrolliert der Tierarzt regelmäßig den Gesundheitszustand des Pferdes und überprüft die ACTH-Werte durch Blutuntersuchungen. Ziel ist es, die Symptome bestmöglich zu kontrollieren und die individuell passende Medikamentendosis festzulegen.
Mögliche Nebenwirkungen von Pergolid
Wie jedes Medikament kann auch Pergolid Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten zählen vorübergehender Appetitverlust, Mattigkeit oder eine reduzierte Futteraufnahme, insbesondere in den ersten Wochen der Behandlung. In vielen Fällen klingen diese Beschwerden nach einer Eingewöhnungszeit wieder ab. Treten stärkere Nebenwirkungen auf, sollte die Dosierung gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt überprüft werden.
Management von Pferden mit Cushing
Neben der medikamentösen Behandlung spielt das tägliche Management eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Pferden mit PPID. Zum Management gehören neben der tierärztlichen Betreuung auch eine bedarfsgerechte Fütterung, regelmäßige Bewegung im individuell geeigneten Umfang sowie eine angepasste Huf- und Haltungspflege.
Gewichtskontrolle
Sowohl Übergewicht als auch starker Gewichtsverlust können die Gesundheit von PPID-Pferden beeinträchtigen. Regelmäßige Gewichtskontrollen und die Beurteilung des Ernährungszustands helfen dabei, die Fütterung bedarfsgerecht anzupassen und Stoffwechselprobleme frühzeitig zu erkennen.
Bewegung und Training
Regelmäßige Bewegung unterstützt den Stoffwechsel, fördert den Muskelerhalt und kann das allgemeine Wohlbefinden steigern. Umfang und Intensität des Trainings sollten jedoch immer an Alter, Fitnesszustand und mögliche Begleiterkrankungen wie Hufrehe angepasst werden.
Hufkontrolle und Umgang mit dem Hufreherisiko
um Management gehören neben der tierärztlichen Betreuung auch eine bedarfsgerechte Fütterung, regelmäßige Bewegung im individuell geeigneten Umfang sowie eine angepasste Huf- und Haltungspflege. Bereits kleine Veränderungen im Gangbild oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Hufe sollten ernst genommen und tierärztlich abgeklärt werden.
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen
Zur erfolgreichen Behandlung von PPID gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Neben der Überprüfung der Symptome können ACTH-Bluttests dabei helfen, den Verlauf der Erkrankung zu überwachen und die Therapie bei Bedarf anzupassen.
Die richtige Fütterung bei Cushing
Da bei PPID ein erhöhtes Hufreherisiko bestehen kann, sind regelmäßige Hufkontrollen und eine fachgerechte Hufbearbeitung wichtige Bestandteile des Managements. Eine bedarfsgerechte Fütterung kann bei der individuellen Haltung und Versorgung eines Pferdes mit PPID berücksichtigt werden. Bei der Rationsgestaltung sollte insbesondere die Aufnahme von Zucker und Stärke berücksichtigt werden.
Grundprinzipien:
- Ration mit kontrollierter Zucker- und Stärkeaufnahme
- hochwertiges, analysiertes Heu
- melasse- und stärkereiche Futtermittel sollten hinsichtlich ihrer Eignung für die individuelle Ration geprüft werden
Heuanalyse
Eine Heuanalyse hilft, den Zucker- und Energiegehalt genau zu bestimmen und die Fütterung gezielt anzupassen.
Weidegang
Der Umfang des Weidegangs sollte individuell anhand von Pferd, Weidebedingungen, Ration und möglichen Begleiterkrankungen beurteilt werden. Frisches Gras kann je nach Wachstumsstadium, Pflanzenbestand und Witterungsbedingungen unterschiedlich hohe Gehalte an Zucker und anderen löslichen Kohlenhydraten aufweisen.
Mineralstoffe
Frisches Gras kann je nach Wachstumsstadium, Pflanzenbestand und Witterungsbedingungen unterschiedlich hohe Gehalte an Zucker und anderen löslichen Kohlenhydraten aufweisen.
Vermeiden:
- zuckerreiches Gras
- Getreide
- Melassehaltiges Futter
- zuckerreiche Leckerchen
Empfehlenswert:
- strukturreiches Heu
- zuckerarme Futtermittel
- Mineralfutter speziell für Stoffwechselpferde
Sinnvolle Ergänzungsfuttermittel
Bei der individuellen Rationsplanung können je nach Versorgungssituation verschiedene Nährstoffe berücksichtigt werden.
Ob eine Ergänzung der Ration sinnvoll ist, hängt von der bestehenden Fütterung und dem individuellen Nährstoffbedarf ab.
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Unterschied: ECS vs EMS
Viele Pferde werden falsch eingeordnet, da sich ECS und EMS ähneln können.
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ECS/PPID (Cushing)
Hormonelle Erkrankung der Hirnanhangsdrüse, meist bei älteren Pferden. -
EMS (Equines Metabolisches Syndrom)
Stoffwechselstörung mit Insulinresistenz, häufig bei übergewichtigen Pferden.
Bei beiden Erkrankungen kann ein erhöhtes Hufreherisiko bestehen.
Unterschied: PPID vs Cushing
- PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) ist der wissenschaftliche Fachbegriff
- Cushing beim Pferd ist der umgangssprachliche Begriff
Beide beschreiben dieselbe Erkrankung.
Praxisfall:
Deutliche Cushing-Symptome beim 24-jährigen Haflinger-Wallach Jack
Vorher-Betrachtung:
Der 24-jährige Haflinger-Wallach Jack wurde aufgrund zunehmender Leistungsinsuffizienz, Veränderungen des Fellbildes und wiederkehrender Hufprobleme tierärztlich vorgestellt. Bereits seit mehreren Monaten fiel auf, dass der ansonsten robuste Wallach sein Winterfell kaum noch vollständig verlor. Das Fell erschien ungewöhnlich lang, lockig und stumpf – eine bei PPID häufig beschriebene Veränderung. Zusätzlich entwickelte Jack eine ausgeprägte Muskelschwäche entlang der Rückenlinie, insbesondere im Bereich der Oberlinie und Hinterhand. Trotz ausreichender Energieversorgung verlor er zunehmend Muskulatur und wirkte insgesamt eingefallen und altersbedingt deutlich gezeichnet.
Neben den äußerlich sichtbaren Veränderungen zeigten sich weitere klinische Auffälligkeiten: Jack schwitzte bereits bei geringer Belastung übermäßig, wirkte lethargisch und zeigte eine reduzierte Leistungsbereitschaft. Besonders problematisch waren wiederkehrende Hufrehe-Episoden mit erhöhter Pulsation der Zehenarterien, empfindlichem Gangbild und zeitweiser Lahmheit. Da PPID häufig mit Störungen des Insulinstoffwechsels einhergeht, bestand der Verdacht auf eine kombinierte Stoffwechselproblematik.
Die tierärztliche Diagnostik umfasste zunächst eine ausführliche klinische Allgemeinuntersuchung mit Beurteilung von Fellwechsel, Body-Condition-Score, Muskelstatus und Hufgesundheit. Anschließend erfolgte eine labordiagnostische Untersuchung inklusive großem Blutbild, ACTH-Bestimmung sowie Insulin- und Glukoseprofil. Besonders auffällig war ein deutlich erhöhter ACTH-Wert, der über dem saisonalen Referenzbereich lag und den Verdacht auf PPID bestätigte. Ergänzend zeigten sich erhöhte Insulinwerte als Hinweis auf eine beginnende Insulinresistenz. Im Blutbild fanden sich außerdem Hinweise auf chronischen Stress des Organismus und entzündliche Prozesse, wie sie bei unbehandeltem Cushing häufig auftreten.
Auch die bisherige Fütterung musste kritisch bewertet werden. Jack erhielt bis dahin klassisches Müsli mit erhöhtem Stärke- und Zuckergehalt sowie teilweise melassierte Futtermittel. Gerade bei Pferden mit PPID kann eine solche Fütterung die Stoffwechselentgleisung und das Hufrehe-Risiko zusätzlich verschärfen. Der Gesundheitszustand vor Therapiebeginn war daher insgesamt deutlich eingeschränkt: reduzierter Muskelzustand, chronische Stoffwechselbelastung, eine bei PPID häufig beschriebene Veränderung
Nachher-Betrachtung: Weiterer Verlauf unter tierärztlicher Betreuung und angepasster Fütterung
Nach der gesicherten Diagnose des Equines Cushing-Syndrom wurde für Jack ein umfassendes Therapie- und Managementkonzept erstellt. Die Behandlung kombinierte eine medikamentöse Einstellung mit einer konsequent angepassten Fütterung und optimiertem Haltungsmanagement. Die weitere Betreuung umfasste eine tierärztlich festgelegte Behandlung sowie Anpassungen bei Fütterung, Haltung und Bewegung.
Die Fütterung wurde vollständig umgestellt. Statt energie- und zuckerreicher Kraftfutterkomponenten erhielt Jack nun analysiertes, zuckerarmes Heu mit reduziertem Gehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten. Melassierte Futtermittel und stärkereiche Müslis wurden konsequent abgesetzt. Ergänzend wurde ein mineralstoffoptimiertes Seniorenkonzept integriert, um Defizite in der Versorgung mit Spurenelementen, Aminosäuren und Vitaminen gezielt auszugleichen. Die weitere Betreuung umfasste eine tierärztlich festgelegte Behandlung sowie Anpassungen bei Fütterung, Haltung und Bewegung.
Parallel erfolgte die medikamentöse Therapie mit einem dopaminergen Wirkstoff, der die überaktive Pars intermedia der Hypophyse reguliert. Bei der neuen Ration wurden insbesondere Energieversorgung, Eiweißversorgung sowie die Mineralstoff- und Spurenelementversorgung berücksichtigt.
Besonders positiv entwickelte sich die Stoffwechselsituation. Kontrolluntersuchungen der ACTH-Werte zeigten eine deutliche Stabilisierung unter Therapie. Auch die Insulinwerte verbesserten sich durch die angepasste Fütterung und das kontrollierte Bewegungsprogramm erheblich. Die Hufe wurden regelmäßig fachgerecht kontrolliert und bearbeitet.
In der Nachher-Betrachtung präsentierte sich Jack insgesamt deutlich vitaler und körperlich stabiler. Die Oberlinie war sichtbar besser bemuskelt, die Hinterhand kräftiger und sein Allgemeinbefinden wesentlich ausgeglichener.
Der Fall verdeutlicht, welche Bedeutung tierärztliche Diagnostik, regelmäßige Verlaufskontrollen und eine individuell angepasste Haltung und Fütterung bei der Betreuung eines Pferdes mit PPID haben können.
Da die Ursachen von Cushing individuell unterschiedlich sein können, ersetzt unser Ratgeber keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.
FAQ - Cushing beim Pferd
Ist Cushing beim Pferd heilbar?
PPID ist eine chronische Erkrankung. Die Behandlung und Verlaufskontrolle erfolgen tierärztlich; Fütterung und Management können individuell an den Gesundheitszustand des Pferdes angepasst werden. PPID ist eine chronische Erkrankung. Die Behandlung und Verlaufskontrolle erfolgen tierärztlich; Fütterung und Management können individuell an den Gesundheitszustand des Pferdes angepasst werden.
Wie alt werden Pferde mit PPID?
Eine pauschale Aussage zur Lebenserwartung von Pferden mit PPID ist nicht möglich. Wird die Erkrankung früh erkannt und konsequent behandelt, können viele betroffene Pferde noch viele Jahre mit guter Lebensqualität leben. Entscheidend sind der Zeitpunkt der Diagnose, das Vorliegen von Begleiterkrankungen wie Hufrehe sowie die regelmäßige tierärztliche Betreuung. Der weitere Verlauf ist individuell und hängt unter anderem von Alter, Krankheitsausprägung und möglichen Begleiterkrankungen ab.
Darf ein Cushing-Pferd auf die Weide?
Ob und in welchem Umfang ein Pferd mit PPID Weidegang erhalten kann, hängt unter anderem von Ration, Weidebedingungen, Körperzustand und möglichen Begleiterkrankungen ab und sollte individuell beurteilt werden.
Wie erkenne ich Cushing frühzeitig?
Achte auf Fellveränderungen, Muskelschwund und Leistungsabfall.
Kann ein Pferd mit Cushing geritten werden?
Ja, viele Pferde mit Cushing (PPID) können weiterhin geritten und bewegt werden. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung gut eingestellt ist und keine akuten gesundheitlichen Probleme wie Hufrehe oder starke Leistungseinbußen vorliegen. Der Umfang der Bewegung sollte an Alter, Trainingszustand, Allgemeinzustand und mögliche Begleiterkrankungen angepasst werden. Das Trainingspensum sollte jedoch immer an den Gesundheitszustand, das Alter und die Belastbarkeit des Pferdes angepasst werden. Bei akuter Hufrehe oder anderen Komplikationen sollte auf das Reiten verzichtet und der Tierarzt konsultiert werden.
Wann sollte ein ACTH-Test gemacht werden?
Ein ACTH-Test sollte durchgeführt werden, wenn typische Symptome einer PPID auftreten. Dazu gehören unter anderem ein verzögerter Fellwechsel, langes oder lockiges Fell, Muskelabbau, Leistungsabfall, vermehrtes Schwitzen oder wiederkehrende Hufrehe. Der Umfang der Bewegung sollte an Alter, Trainingszustand, Allgemeinzustand und mögliche Begleiterkrankungen angepasst werden. Da der ACTH-Wert saisonalen Schwankungen unterliegt, muss das Testergebnis immer anhand der jeweiligen Jahreszeit bewertet werden. Der optimale Zeitpunkt und die Interpretation der Werte sollten mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Was dürfen Cushing-Pferde nicht fressen?
Bei der Fütterung eines Pferdes mit PPID sollte die gesamte Ration betrachtet werden. Je nach individuellem Gesundheitszustand und insbesondere bei bestehender Insulindysregulation oder Hufrehe kann es sinnvoll sein, die Aufnahme von Zucker und Stärke zu begrenzen.
Was dürfen Pferde mit Cushing fressen?
Die Fütterung von Pferden mit Cushing sollte auf eine möglichst geringe Aufnahme von Zucker und Stärke ausgerichtet sein. Hochwertiges, analysiertes Heu bildet die Grundlage der Ration. Zuckerreiche Futtermittel wie Melasseprodukte, große Mengen Getreide oder stark zuckerhaltiges Weidegras sollten möglichst vermieden werden. Gleichzeitig ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen und hochwertigem Eiweiß wichtig. Bei einem Pferd mit Muskelverlust sollte die Energie- und Eiweißversorgung im Rahmen der Gesamtration entsprechend berücksichtigt werden. Die geeignete Fütterung hängt jedoch immer vom individuellen Gesundheitszustand und möglichen Begleiterkrankungen wie Hufrehe oder EMS ab.
Ist Hufrehe ein Symptom von PPID?
Bei PPID kann ein erhöhtes Risiko für Hufrehe bestehen.Viele Pferde werden sogar erst untersucht, nachdem wiederholt Hufrehe-Schübe aufgetreten sind. Durch hormonelle Veränderungen steigt das Risiko für Stoffwechselstörungen, die die Entstehung einer Hufrehe begünstigen können. Bei wiederkehrender oder unerklärter Hufrehe kann eine tierärztliche Abklärung möglicher zugrunde liegender Erkrankungen sinnvoll sein.
Fazit: Cushing beim Pferd verstehen und richtig handeln
Cushing beziehungsweise PPID ist eine chronische Erkrankung, deren Verlauf individuell unterschiedlich sein kann. Cushing beziehungsweise PPID ist eine chronische Erkrankung, deren Verlauf individuell unterschiedlich sein kann.
Autor:
Leona Oestreich
Pferdeernährungsberaterin
Schwerpunkte: Fütterung schwerfuttriger Pferde, Seniorenfütterung, Muskelaufbau und Fragen rund um die bedarfsgerechte Pferdefütterung
Leona arbeitet seit über 10 Jahren mit Pferden in Fütterungsberatung und Stallpraxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf schwerfuttrigen Pferden, Senioren und Stoffwechselerkrankungen. Sie berät mehr als 200 Pferdehalter pro Jahr bei der Fütterung.
Qualifikationen:
- Zertifizierte Pferdeernährungsberaterin
- 10+ Jahre Praxiserfahrung
- Fokus: Seniorenfütterung, Muskelaufbau, bedarfsgerechte Fütterung
- Pferdefutterberaterin mit Schwerpunkt auf schwerfuttrige und stoffwechselkranke Pferde