Heucobs richtig füttern beim Pferd - Menge, Einweichen, Fehler & Profi-Tipps
Heucobs richtig füttern – kurz zusammengefasst
✔ immer vollständig einweichen
✔ 1 Teil Heucobs + 2–3 Teile Wasser
✔ 15–60 Minuten quellen lassen
✔ auf mehrere Mahlzeiten verteilen
✔ langsam anfüttern
Pferden Heucobs richtig füttern – Menge, Einweichen, Fehler und Profi-Tipps
Heucobs sind für viele Pferdehalter eine praktische und gesunde Ergänzung in der Pferdefütterung. Besonders bei älteren Pferden, Pferden mit Zahnproblemen oder bei schlechter Heuqualität können sie eine wichtige Rolle spielen.
Viele Pferdebesitzer fragen sich:
Wie viele Heucobs darf ein Pferd fressen?
Wie lange müssen Heucobs einweichen?
Können Heucobs Heu ersetzen?
Wer Heucobs richtig füttern möchte, sollte einige grundlegende Regeln beachten. Denn die richtige Menge, das Einweichen der Heucobs und eine langsame Futterumstellung spielen eine wichtige Rolle für eine gesunde Verdauung beim Pferd.
In diesem Ratgeber erfährst du wie du Heucobs beim Pferd richtig fütterst, welche Heucobs Menge für Pferde sinnvoll ist und welche Fehler du bei der Fütterung vermeiden solltest.
Was sind Heucobs für Pferde?
Heucobs bestehen aus gepressten Wiesengräsern. Frisches Heu wird getrocknet, gehäckselt und anschließend zu kleinen Pellets oder Cobs gepresst.
Viele Pferdehalter nutzen Heucobs für Pferde, weil sie mehrere Vorteile bieten:
hoher Rohfaseranteil
staubarm
gut verdaulich
lange haltbar
einfach zu lagern
Heucobs gehören zu den sogenannten Raufutter- beziehungsweise Heuersatzprodukten für Pferde. Sie liefern wichtige Rohfasern, die für eine gesunde Verdauung beim Pferd entscheidend sind. Eine ausreichende Rohfaseraufnahme unterstützt den Pferdemagen sowie die Darmgesundheit und sorgt für eine gleichmäßige Futterverwertung.
Damit eignen sich Heucobs als Ergänzung zum normalen Heu oder in bestimmten Situationen auch als Teilersatz.
Eine praktische Alternative sind beispielsweise
Agrobs Wiesenflakes oder die Niederrhein Pellets .
Diese bestehen ebenfalls aus hochwertigen Wiesengräsern, haben jedoch einen entscheidenden Vorteil:
Sie quellen deutlich schneller auf als klassische Heucobs und benötigen eine besonders kurze Einweichzeit. Gerade im Stallalltag kann das die Fütterung deutlich erleichtern.
Wie füttert man Heucobs richtig?
Wer Heucobs richtig füttern möchte, sollte sich an einige einfache Regeln halten.
Die wichtigsten Punkte für die Heucob-Fütterung beim Pferd:
Heucobs immer mit Wasser einweichen
Verhältnis etwa 1 Teil Heucobs zu 2–3 Teilen Wasser
Heucobs etwa 15–60 Minuten quellen lassen
Heucobs für Pferde auf mehrere Mahlzeiten verteilen
neue Futtermittel langsam anfüttern
Wenn diese Punkte beachtet werden, sind Heucobs für Pferde eine sehr sichere und gesunde Ergänzung zum täglichen Raufutter.

Wann sind Heucobs für Pferde sinnvoll?
Viele Pferdehalter fragen sich, wann Heucobs beim Pferd besonders sinnvoll sind.
Heucobs werden häufig eingesetzt, wenn Pferde nicht ausreichend Heu aufnehmen können oder zusätzliches strukturreiches Raufutter benötigen.
Untergewichtige Pferde
Wenn ein Pferd schwer zunimmt, können Heucobs als zusätzliche Raufutterquelle helfen und die Energieversorgung verbessern.
Staubempfindliche Pferde
Eingeweichte Heucobs sind nahezu staubfrei und eignen sich daher gut für Pferde mit Atemwegsproblemen.
Heucobs bei Cushing
Bei Pferden mit Equinem Cushing-Syndrom (PPID) spielen eine angepasste, leicht verdauliche und strukturreiche Fütterung eine zentrale Rolle. Heucobs können hierbei eine wertvolle Unterstützung darstellen, insbesondere wenn ältere Pferde gleichzeitig unter Zahnproblemen oder Gewichtsverlust leiden.
Cushing-Pferde haben häufig einen veränderten Stoffwechsel und reagieren empfindlicher auf Futter mit erhöhtem Zucker- oder Stärkegehalt. Daher sollten auch hier ausschließlich hochwertige, unmelassierte Heucobs verwendet werden. Diese liefern gut verdauliche Rohfaser und helfen dabei, die Grundversorgung mit Raufutter sicherzustellen, ohne den Stoffwechsel unnötig zu belasten.
Ein weiterer Vorteil liegt in der einfachen Futteraufnahme: Da Cushing häufig bei älteren Pferden auftritt, ist die Kombination aus Seniorproblemen und Stoffwechselerkrankung besonders häufig. Eingeweichte Heucobs ermöglichen eine schonende Fütterung, die auch bei eingeschränkter Kauleistung problemlos aufgenommen werden kann.
Wichtig ist jedoch eine konsequente Gesamtfutterplanung. Heucobs sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Rahmen einer abgestimmten Ration mit geeignetem Mineralfutter, ausreichend Flüssigkeit und gegebenenfalls weiteren strukturierten Raufutterquellen eingesetzt werden.
Bei Cushing können beispielsweise Niederrhein Pellets eine sinnvolle Alternative sein. Diese sind speziell für sensible Pferde entwickelt und achten auf eine ausgewogene Zusammensetzung mit angepasstem Zuckergehalt.
Heucobs bei Hufrehe
Heucobs können bei Pferden mit Hufrehe eine sinnvolle Komponente in der Fütterung sein, sofern sie gezielt und kontrolliert eingesetzt werden. Entscheidend ist dabei vor allem die Auswahl eines zucker- und stärkearmen Produkts, da Stoffwechselentgleisungen bei Hufrehe eng mit einer erhöhten Zuckeraufnahme verbunden sein können.
Im Gegensatz zu vielen Kraftfuttermitteln liefern Heucobs vor allem strukturreiche Rohfaser und unterstützen damit eine stabile Verdauung, ohne den Blutzuckerspiegel stark zu belasten. Wichtig ist jedoch, dass ausschließlich unmelassierte Heucobs verwendet werden, die aus hochwertigem Wiesenfutter bestehen.
Bei akuter oder chronischer Hufrehe sollte die Fütterung immer individuell angepasst werden. Heucobs können dabei helfen, die Raufutterversorgung sicherzustellen, wenn normales Heu in seiner Qualität oder Struktur nicht geeignet ist. Besonders bei übergewichtigen Pferden oder Tieren mit eingeschränkter Bewegung können sie eine praktische Alternative darstellen, um die Fresszeiten zu verlängern und das Sättigungsgefühl zu unterstützen.
Trotzdem gilt: Die Gesamtmenge muss streng kontrolliert werden. Heucobs sind kein „freies Futter“, sondern sollten Teil einer durchdachten, stoffwechselangepassten Ration sein. Eine tierärztliche oder ernährungsberaterische Begleitung ist bei Hufrehe grundsätzlich empfehlenswert.
Heucobs oder Luzernecobs?
Die Wahl zwischen Heucobs und Luzernecobs hängt stark vom Einsatzzweck und dem individuellen Bedarf des Pferdes ab, da beide Futtermittel unterschiedliche Eigenschaften haben.
Heucobs bestehen aus getrocknetem Wiesenfutter und sind damit ein klassischer Raufutterersatz. Sie sind strukturreich, vergleichsweise energiearm und eignen sich besonders gut für Pferde, die hauptsächlich eine stabile Raufutterbasis benötigen – etwa Senioren, leichtfuttrige Pferde oder Tiere mit Stoffwechselproblemen.
Luzernecobs hingegen bestehen aus Luzerne (Alfalfa) und enthalten deutlich mehr Eiweiß und Energie. Sie werden häufig gezielt eingesetzt, um Muskelaufbau zu unterstützen oder sportlich belastete Pferde mit zusätzlicher Energie zu versorgen. Dadurch sind sie für Pferde mit geringem Energiebedarf oder Stoffwechselerkrankungen nur eingeschränkt geeignet.
Während Heucobs also vor allem als Heuersatz oder Heuergänzung dienen, haben Luzernecobs eher den Charakter eines hochwertigen Ergänzungsfutters. In vielen Rationen kann auch eine Kombination sinnvoll sein, zum Beispiel Heucobs für die Grundversorgung und Luzernecobs für gezielte Leistungsunterstützung.
Für die richtige Entscheidung sollten immer Körperzustand, Arbeitsleistung, Stoffwechselgesundheit und Zahnstatus des Pferdes berücksichtigt werden.
| Merkmal | Heucobs | Luzernecobs |
|---|---|---|
| Rohfaser | hoch | hoch |
| Eiweiß | moderat | höher |
| Einsatz | Basisfutter | Muskelaufbau |
Wie viele Heucobs braucht ein Pferd pro Tag?
Die optimale Menge an Heucobs hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem das Körpergewicht, der Gesundheitszustand, die Arbeitsbelastung, das Alter des Pferdes sowie die Menge und Qualität des übrigen Raufutters. Während Heucobs bei manchen Pferden lediglich als Ergänzung zur täglichen Heuration dienen, können sie bei Senioren oder Pferden mit Zahnproblemen einen deutlich größeren Anteil der Raufutterversorgung übernehmen.
Welche Faktoren beeinflussen die benötigte Menge?
Die tägliche Fütterungsmenge sollte immer individuell an das Pferd angepasst werden. Besonders wichtig sind folgende Faktoren:
- Körpergewicht: Große und schwere Pferde benötigen mehr Raufutter als Ponys oder Kleinpferde.
- Alter: Ältere Pferde mit Zahnproblemen profitieren häufig von einem höheren Anteil eingeweichter Heucobs, da diese leichter aufgenommen und verdaut werden können.
- Leistungsniveau: Freizeitpferde haben einen anderen Energiebedarf als Sport- oder Zuchtpferde.
- Raufutterversorgung: Erhält das Pferd bereits ausreichend hochwertiges Heu, werden Heucobs meist nur ergänzend gefüttert.
- Gesundheitszustand: Pferde mit Untergewicht, Kauproblemen oder bestimmten Erkrankungen können einen höheren Bedarf an Heucobs haben.
Wie viele Heucobs pro Mahlzeit?
Auch die Menge pro Mahlzeit richtet sich nach dem individuellen Fütterungskonzept. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die tägliche Heucobs-Ration auf mehrere kleinere Mahlzeiten zu verteilen. Dadurch wird die Verdauung entlastet und das Pferd kann die Nahrung besser verwerten. Gleichzeitig wird verhindert, dass größere Mengen auf einmal aufgenommen werden.
Wie viele Heucobs braucht ein altes Pferd?
Gerade ältere Pferde profitieren häufig von Heucobs, wenn das Kauen von langfaserigem Heu aufgrund von Zahnproblemen erschwert ist. In solchen Fällen können Heucobs einen Teil oder – nach tierärztlicher beziehungsweise ernährungsphysiologischer Empfehlung – sogar den Großteil der Raufutterration ersetzen. Wichtig ist jedoch, die Futtermenge schrittweise anzupassen und das Körpergewicht sowie den Ernährungszustand regelmäßig zu kontrollieren.
Gibt es eine pauschale Empfehlung?
Eine allgemeingültige Grammangabe gibt es nicht. Als Orientierung gilt vielmehr, dass Pferde täglich ausreichend Raufutter aufnehmen sollten. Wie hoch der Anteil der Heucobs dabei ausfällt, hängt von der individuellen Situation des Pferdes ab. Halte Dich deshalb immer an die Fütterungsempfehlungen des Herstellers und passe die Ration gemeinsam mit Deinem Tierarzt oder einem qualifizierten Fütterungsberater an, wenn Dein Pferd besondere Bedürfnisse hat.
Tipp: Heucobs sollten niemals nach Gefühl in großen Mengen gefüttert werden. Eine individuell berechnete Futterration sorgt dafür, dass Dein Pferd optimal mit Raufaser versorgt wird und weder unter- noch überversorgt ist.
Die Heucobs Menge für Pferde hängt vom Körpergewicht, der Nutzung und der restlichen Fütterung ab.
Der tägliche Bedarf an Raufutter beim Pferd liegt bei ungefähr:
1,5–2 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht
Ein Beispiel:
Ein 500 kg Pferd benötigt etwa:
7,5–10 kg Raufutter täglich.
Heucobs können dabei einen Teil des Heus ersetzen und somit als Heuersatzprodukt für Pferde eingesetzt werden.
Typische Heucobs Mengen beim Pferd sind:
0,5–1 kg pro Tag als Ergänzung
2–3 kg bei teilweisem Heuersatz
mehr nur in besonderen Fällen (z. B. bei Zahnproblemen)
Wichtig ist immer:
➡ Die Heucobs Fütterung beim Pferd sollte auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt werden.

Wie lange müssen Heucobs eingeweicht werden?
Ein sehr wichtiger Punkt bei der Heucobs Fütterung beim Pferd ist das Einweichen.
Heucobs sollten niemals trocken gefüttert werden, da sie stark aufquellen können. Die Einweichzeit bzw. Quellzeit hängt von der Art der Heucobs und der Wassertemperatur ab. Die Herstellerangaben sollten immer beachtet werden
So weichst du Heucobs richtig ein
Heucobs in einen Eimer oder eine Flexischale geben
Wasser hinzufügen
Heucobs quellen lassen
Empfohlenes Verhältnis:
1 Teil Heucobs : 2–3 Teile Wasser
Einweichzeiten:
kleine Heucobs: etwa 15–30 Minuten
große Heucobs: bis zu 60 Minuten
Produkte wie Agrobs Wiesenflakes haben hier einen Vorteil, da sie deutlich schneller einweichen als klassische Heucobs. Vor der Fütterung sollten Heucobs oder Flakes vollständig aufgequollen sein und keine harten Bestandteile mehr enthalten.
Mit warmem Wasser verkürzt sich die Einweichzeit zusätzlich.
Darf man Heucobs trocken füttern?
Der häufigste Fehler bei Heucobs!
Werden Heucobs trocken gefüttert, kann das Risiko für eine Schlundverstopfungen oder Magen-Darm-Probleme beim Pferd steigen. Deshalb sollten Heucobs immer ausreichend eingeweicht werden, bevor sie verfüttert werden.
Warum quellen Heucobs eigentlich auf?
Heucobs werden aus getrocknetem und stark gepresstem Heu hergestellt. Während des Pressvorgangs wird den Pflanzenfasern nahezu die gesamte Luft entzogen. Kommen die Heucobs später mit Wasser in Kontakt, nehmen die enthaltenen Pflanzenfasern die Flüssigkeit wieder auf und dehnen sich aus. Dadurch zerfallen die festen Presslinge zu einer lockeren, gut kaubaren Raufuttermasse.
Genau aus diesem Grund sollten Heucobs – sofern der Hersteller nichts anderes angibt – vor der Fütterung immer vollständig eingeweicht werden. Nicht vollständig aufgequollene Heucobs können insbesondere bei hastig fressenden Pferden ein erhöhtes Risiko für Schlundverstopfungen darstellen.
Wie lange die Heucobs quellen müssen, hängt unter anderem von der Größe der Cobs, der Wassertemperatur und den Herstellerangaben ab. Vor der Fütterung sollten sie vollständig aufgeweicht sein und keine harten Bestandteile mehr enthalten.
Praxis-Tipp: Verwende zum Einweichen ausreichend Wasser und rühre die Heucobs gelegentlich um. So quellen sie gleichmäßig auf und lassen sich anschließend leichter verfüttern.
Warum ist Rohfaser für Pferde so wichtig?
Rohfaser bildet die Grundlage einer gesunden Pferdefütterung. Als Steppentiere sind Pferde darauf ausgelegt, über viele Stunden hinweg strukturreiches Raufutter wie Heu oder Gras aufzunehmen. Die enthaltenen Pflanzenfasern fördern die natürliche Darmtätigkeit, unterstützen eine stabile Darmflora und tragen wesentlich zu einer gesunden Verdauung bei.
Darüber hinaus regt das ausgiebige Kauen die Speichelbildung an. Der Speichel hilft dabei, die Magensäure zu puffern und kann das Risiko für Magenprobleme verringern. Gleichzeitig sorgt eine ausreichende Rohfaserversorgung für eine längere Fressdauer und unterstützt das natürliche Beschäftigungsverhalten des Pferdes.
Heucobs liefern – ebenso wie hochwertiges Heu – wertvolle Rohfaser und können insbesondere dann eine sinnvolle Alternative sein, wenn ein Pferd aufgrund von Zahnproblemen oder hohem Alter Schwierigkeiten beim Kauen von langfaserigem Heu hat. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch jede Heuration, sondern sollten immer passend zum individuellen Bedarf und zur gesamten Futterration eingesetzt werden.
Wichtig: Unabhängig davon, ob Dein Pferd Heu, Heucobs oder eine Kombination aus beidem erhält, sollte die tägliche Raufutterversorgung stets bedarfsgerecht erfolgen. Sie bildet die Grundlage für eine gesunde Verdauung, einen funktionierenden Stoffwechsel und das allgemeine Wohlbefinden Deines Pferdes.
Häufige Fehler bei der Heucobs-Fütterung
Auch bei der Heucobs Fütterung beim Pferd passieren häufig Fehler.
- Zu große Mengen Heucobs
Zu große Portionen können die Verdauung belasten.
Besser:
mehrere kleine Mahlzeiten
maximal etwa 1–1,5 kg Heucobs pro Portion
- Zu wenig Raufutter
Heucobs sollten normales Heu nicht vollständig ersetzen, da Pferde lange Fasern zum Kauen benötigen.
- Zu schnelle Futterumstellung
Wenn neue Futtermittel wie Heucobs eingeführt werden, sollte das immer langsam erfolgen.
Empfehlung:
7–10 Tage Umstellungszeit
Tipps für die Heucobs-Fütterung beim Pferd
Ein paar einfache Tricks können die Heucobs Fütterung beim Pferd verbessern.
Warmes Wasser im Winter
Eingeweichte Heucobs mit warmem Wasser ergeben eine angenehme warme Mahlzeit.
Kombination mit Mineralfutter
Heucobs lassen sich gut mit Mineralfutter, Kräutern oder Mash kombinieren.
Langsames Fressen fördern
Bei Pferden, die sehr schnell fressen, kann es helfen:
mehrere kleinere Portionen zu geben
größere Futtertröge zu verwenden
FAQ – Häufige Fragen zu Heucobs beim Pferd
Muss man Heucobs immer einweichen?
Ja. Heucobs für Pferde müssen immer eingeweicht werden, da sie stark aufquellen können und sonst Schlundverstopfungen verursachen können.
Wie lange müssen Heucobs einweichen?
Je nach Größe etwa 15 bis 60 Minuten. Warmes Wasser verkürzt die Einweichzeit.
Produkte wie Agrobs Wiesenflakes benötigen oft deutlich weniger Zeit, da die Größe der Flakes kleiner ist.
Wie viele Heucobs darf ein Pferd am Tag fressen?
Als Ergänzung meist 0,5–1 kg Heucobs pro Tag. Bei teilweisem Heuersatz können auch 2–4 kg täglich sinnvoll sein.
Können Heucobs Heu vollständig ersetzen?
Heucobs können Heu unter bestimmten Voraussetzungen vollständig ersetzen. Dies ist vor allem bei Pferden mit Zahnproblemen, Atemwegserkrankungen oder mangelnder Kauleistung sinnvoll. Da Heucobs aus getrocknetem und gepresstem Raufutter bestehen, liefern sie ähnliche Nährstoffe wie hochwertiges Heu. Dennoch sollte die Umstellung sorgfältig erfolgen und die tägliche Raufuttermenge ausreichend hoch sein. Für gesunde Pferde bleibt langfaseriges Heu meist die erste Wahl, da es die natürliche Kauaktivität fördert und die Fresszeit verlängert.
Können Pferde von Heucobs zunehmen?
Ja, Pferde können mit Heucobs an Gewicht zulegen, wenn die zusätzliche Energie- und Raufutteraufnahme den täglichen Bedarf übersteigt. Besonders bei dünnen Pferden, Senioren oder Pferden mit Zahnproblemen werden Heucobs häufig zum Auffüttern eingesetzt. Da Heucobs hochwertiges Raufutter liefern, fördern sie eine gesunde Gewichtszunahme, ohne den Stoffwechsel durch große Mengen Kraftfutter zu belasten. Für eine gezielte Gewichtszunahme können Heucobs mit energiereichen Futtermitteln wie Luzernecobs oder Öl kombiniert werden.
Sind Heucobs für empfindliche Pferde geeignet?
Ja. Besonders wenn auf den Zucker- und Stärkegehalt geachtet wird. Für sensible Pferde können beispielsweise Niederrhein Pellets eine gute Ergänzung sein.
Kann man Heucobs mit Mash mischen?
Ja, eingeweichte Heucobs können problemlos mit Mash gemischt werden. Viele Pferdehalter kombinieren beide Futtermittel, um die Wasseraufnahme zu erhöhen und die Akzeptanz der Ration zu verbessern. Wichtig ist, dass sowohl die Heucobs als auch das Mash vollständig eingeweicht sind, bevor sie verfüttert werden. Die Mischung eignet sich besonders für ältere Pferde, Pferde mit Zahnproblemen oder Tiere, die zusätzliche Flüssigkeit aufnehmen sollen. Dabei sollte stets auf die Gesamtfuttermenge und eine ausgewogene Rationsgestaltung geachtet werden.
Sind Heucobs für EMS-Pferde geeignet?
Heucobs können für Pferde mit Equinem Metabolischem Syndrom (EMS) geeignet sein, sofern sie einen niedrigen Zucker- und Stärkegehalt aufweisen. Gerade bei EMS-Pferden ist eine kontrollierte Rohfaserversorgung wichtig, um den Stoffwechsel nicht zusätzlich zu belasten. Deshalb sollten ausschließlich unmelassierte Heucobs verwendet und die Fütterungsmenge an den individuellen Bedarf angepasst werden. Im Zweifel empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Tierarzt oder einem Pferdeernährungsberater, insbesondere bei übergewichtigen oder insulinresistenten Pferden.
Können Heucobs Koliken verursachen?
Heucobs verursachen in der Regel keine Koliken, wenn sie richtig gefüttert werden. Das Risiko steigt jedoch, wenn trockene Heucobs in großen Mengen aufgenommen werden oder Pferde zu wenig Wasser trinken. Besonders bei älteren Pferden und hastigen Fressern können nicht ausreichend eingeweichte Heucobs das Risiko für Verdauungsprobleme oder eine Schlundverstopfung erhöhen. Deshalb sollten Heucobs immer nach Herstellerangaben eingeweicht und langsam an die Fütterung gewöhnt werden. Als hochwertiges Raufutter unterstützen Heucobs sogar eine gesunde Verdauung und können helfen, die Rohfaserversorgung sicherzustellen.
Kann man Heucobs im Sommer füttern?
Ja, Heucobs können problemlos auch im Sommer gefüttert werden. Diese sollten jedoch nur eingeweicht im Schatten stehen und nicht in der Sonne. Heucobs sollten nach dem Quellen direkt verfüttert werden. Werden Heucoibs im eingeweichten Zustand zu lange stehen gelassen können sie rasch ungenbießbar werden - das gilt es zu vermeiden.
Wie lange sind eingeweichte Heucobs haltbar?
Eingeweichte Heucobs sollten möglichst frisch verfüttert werden. Bei warmen Temperaturen können sie bereits nach wenigen Stunden zu gären beginnen und an Qualität verlieren. Im Sommer empfiehlt es sich, eingeweichte Heucobs innerhalb von 2 bis 4 Stunden zu verfüttern. Bei kühlen Temperaturen können sie etwas länger stehen, sollten aber spätestens innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden. Riechen die Heucobs säuerlich oder zeigen Anzeichen von Gärung, dürfen sie nicht mehr verfüttert werden. Frisch zubereitete Heucobs sind für die Pferdegesundheit immer die sicherste Wahl.
Fazit: Heucobs richtig füttern
Wer Heucobs richtig füttern möchte, sollte vor allem auf drei Dinge achten:
Heucobs immer ausreichend einweichen
die passende Heucobs Menge für das Pferd wählen
die Fütterung auf mehrere Mahlzeiten verteilen
Heucobs sind ein praktisches Raufutter- und Heuersatzprodukt, das besonders bei älteren Pferden, Pferden mit Zahnproblemen oder empfindlicher Verdauung eine große Unterstützung sein kann. Durch ihren hohen Rohfaseranteiltragen sie zu einer gesunden Verdauung und Darmfunktion beim Pferd bei.
Praktische Alternativen wie Agrobs Wiesenflakes mit besonders kurzer Einweichzeit oder speziell entwickelte Futtermittel wie Niederrhein Pellets für sensible Pferde können die Fütterung zusätzlich erleichtern.
Wenn Heucobs beim Pferd richtig gefüttert werden, sind sie eine sehr wertvolle Ergänzung für eine ausgewogene und raufaserreiche Pferdefütterung.
Autor:
Leona Oestreich
Pferdeernährungsberaterin
„Spezialisiert auf Pferde, die nicht zunehmen, Muskelaufbau und Stoffwechselprobleme“
Leona arbeitet seit über 10 Jahren mit Pferden in Fütterungsberatung und Stallpraxis. Ihr Schwerpunkt liegt auf schwerfuttrigen Pferden, Senioren und Stoffwechselerkrankungen. Sie berät mehr als 200 Pferdehalter pro Jahr bei der Fütterung.
Qualifikationen:
- Zertifizierte Pferdefutterberaterin
- 10+ Jahre Praxiserfahrung
- Fokus: Seniorenfütterung, Muskelaufbau, Stoffwechselprobleme
- Pferdefutterberaterin mit Schwerpunkt auf schwerfuttrige und stoffwechselkranke Pferde